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Das XIX. Jahrhundert. Bestandskatalog der Skulpturen Nationalgalerie

Staatliche Museen zu Berlin

Die Nationalgalerie, die 1861 aufgrund des Testaments von Konsul Wagener begründet und 1876 eröffnet wurde, blickt auf eine lange Geschichte zurück. Von Beginn an war sie auch ein Museum, das sich stark auf Ausstellungstätigkeit orientierte. Gleichwohl gab es immer wieder Projekte, den Gesamtbestand zu publizieren, anfänglich in einem allumfassenden Katalog, später in Teilkatalogen, da die Bestände immer komplexer geworden sind. So veröffentlichte die Alte Nationalgalerie zur Wiedereröffnung ihres generalsanierten Hauses auf der Museumsinsel einen ausführlichen Publikumskatalog aller ständig gezeigten Gemälde und Skulpturen. Die Neue Nationalgalerie legte in gleicher Ausstattung wie dieses Werk den Bestand an Gemälden und Skulpturen der DDR vor, also einen in sich abgeschlossenen, homogenen Komplex. Mit eigenen Katalogen wurden auch die geteilten Malerei-Bestände zum 19. Jahrhundert publiziert (1968 und 1987). Es schlossen sich Veröffentlichungen zu kleineren Teilbeständen der Plastik an, etwa der 1992 erschienene Katalog "Kleinplastiken des 19. Jahrhunderts".

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Mit der vorliegenden zweibändigen Publikation wird nun erstmals der Bestand aller Skulpturen in der Nationalgalerie, die im 19. Jahrhundert entstanden, erfaßt. Es handelt sich um ein Volumen von 1465 Werken, die in der Zeit zwischen Französischer Revolution und Erstem Weltkrieg geschaffen wurden. Sämtliche Werke, die der Alten Nationalgalerie zugeordnet sind, werden hier aufgeführt, abgebildet, kunsthistorisch besprochen und bewertet, hinsichtlich der Literatur- und Ausstellungsangaben, der Provenienzen und Akten mit der größtmöglichen Akkuratesse dokumentiert. Eingeschlossen sind hierin auch jene Werke, die wir außerhalb der Alten Nationalgalerie zeigen, also etwa die Bestände in der Friedrichswerderschen Kirche und im Christian Daniel Rauch-Museum Bad Arolsen. Von den fast 1500 Werken ist etwa ein Viertel an den verschiedensten Stellen ausgestellt. Die anderen befinden sich im Depot, sie wurden und werden zu Sonderausstellungen und ähnlichen Anlässen gezeigt.

In diesem Katalog sind nicht enthalten die Kriegsverluste - sie wurden 2001 in einem separaten Band von Lothar Brauner, Ruth Strohschein und Bernhard Maaz dokumentiert - und die Werke, die sich als Fremdbesitz in der Obhut der Nationalgalerie befinden. Die Publikation dieses Bestandes wird sich als nächstes Projekt anschließen.

Der vorliegende Bestandskatalog wurde zum weitaus größten Teil durch Bernhard Maaz, der seit 1986 den Skulpturenbestand des 19. Jahrhunderts in der Nationalgalerie betreut, in jahrzehntelanger sorgsamer Detailarbeit verfaßt. Schon damals stand das Projekt eines solchen Kataloges im Raum. Durch die Wiedervereinigung der Staatlichen Museen zu Berlin und die Zusammenlegung der Bestände aus Ost und West kamen in den 1990er Jahren umfangreiche Bestände hinzu, namentlich jene Bestände, die Peter Bloch als der unvergessene Direktor der Skulpturengalerie in Berlin-Dahlem zusammengetragen hatte. Heute wird nach den strukturellen Veränderungen der jüngeren Vergangenheit die Skulptur des 19. Jahrhunderts von der Alten Nationalgalerie verwaltet. […]

Skulptur war stets eine offizielle und mit hohen Ansprüchen behaftete Gattung der Kunst. Winckelmann, Herder und Goethe räumten ihr den höchsten Rang ein, erwarteten von ihr die Ausschmückung von Gebäuden und Städten, das Abbild verdienstvoller Zeitgenossen und die Leitbilder für tugendhaftes Handeln. Der Katalog läßt erkennen, wie vielseitig und auf welch höchstem künstlerischen Niveau sich die deutsche und internationale Skulptur zwischen Klassizismus und Sezessionen entwickelte. Der Berliner Skulpturenbestand ist in Deutschland einzigartig. Nach 145 Jahren kann er nunmehr erstmals in seinem schier unerschöpflichen Reichtum betrachtet werden.

Das Museum, das zumeist durch seine ständigen Sammlungen und eine Vielzahl großer und kleiner Ausstellungen in die breite Öffentlichkeit wirkt, hat sich mit diesem Skulpturenkatalog einmal mehr als gelehrte Einrichtung und als anschauliches Musée imaginaire eines einzigartigen Gesamtbestandes erwiesen. Allen, die an diesem Katalog mitgewirkt haben, gilt mein herzlicher Dank.

Peter-Klaus Schuster
Direktor der Nationalgalerie und Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin im Januar 2006 (Auszüge aus dem Vorwort)

Staatliche Museen zu Berlin (Hg.), Bernhard Maaz

Das XIX. Jahrhundert. Bestandskatalog der Skulpturen
Seemann-Verlag
ISBN: 3-86502-128-X
Preis 14.90 €
Erhältlich im Buchhandel oder beim Verlag Seemann-Henschel 

Systemanforderungen

  • Microsoft Windows 98, Windows NT 4.0 Service Pack 6a, Windows 2000, XP
  • Microsoft Internet Explorer 5.0, 6.0
  • CPU mit 133 Mhz Taktfrequenz, 32 MB RAM (64 MB empfohlen)
  • 30 MB freier Festplattenspeicher
  • 800 x 600 Pixel/16 Bit (minimal)
  • CD-ROM Laufwerk
  • Unter Microsoft Windows NT, 2000 oder XP sind systemadministrative Rechte zur Installation der CD erforderlich.

 

Zuletzt aktualisiert: 11.03.2009 · Heekyung Reimann

 
 
 
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