Das politsche Plakat der DDR (1945-1970)
Deutsches Historisches Museum Berlin
Seit der "Wende" ist die DDR als Forschungsgegenstand allseitig entdeckt worden, sind Akten, Dokumente und Sammlungen zugänglich. Die Geschichte von Staat und Alltag in der DDR wird neu, teils erstmals geschrieben. Die Zustimmung der DDR-Bürger zum Staat sank am Ende unter dessen "Existenzminimum". Auch wenn die offiziösen Verlautbarungen anders sprachen, der Staat hatte an Akzeptanz verloren. Diesen Schwund an Zustimmung hatte die DDR in ihrer Geschichte oftmals erfahren. Auf diesen Mangel reagierte sie meist mit disziplinatorischen Maßnahmen, aber auch mit Agitprop.
Die Überlassenschaften von Agitprop und Staatskultur aus der Ära Ulbricht (1945-1970) sind beachtlich. Das Deutsche Historische Museum besitzt unter seinen über 60.000 Motiven zur europäischen Plakatkunst allein über 20.000 Nummern zum DDR-Plakat - vorwiegend aus dem sächsischen Raum.
Das Plakat hatte in der DDR - sehr viel mehr als in der Bundesrepublik - eine staatserhaltende Aufgabe zu übernehmen. Für die innenpolitische Propaganda und für den Aufbau des Sozialismus galt ebenso wie für die Feindbildproduktion nach außen, dass es kein Thema der deutsch-deutschen Auseinandersetzung gab, das nicht durch ein Plakat belegt worden wäre. Die Abteilung Agitation beim Amt für Information ließ sich bei der Auswahl der Motive und deren Agitationssprache von Traditionen leiten, die ihr aus der Weimarer Republik vertraut waren und die sie bei der Sowjetunion in den 1950er Jahren noch praktiziert sah. Die Entwertung und Umdeutung, die der einst revolutionären Bildsprache durch den Nationalsozialismus widerfuhr, fiel entweder nicht auf oder nicht ins Gewicht.
Diese CD-ROM bietet erstmals einen Überblick über das Politplakat der DDR. Das Thema politisches Plakat ist hier weit gefaßt. Es beinhaltet unter anderem Plakate zum Aufbauprogramm der kriegszerstörten Städte, zum Zwei-, Fünf- und Siebenjahrplan der Wirtschaft, zu den Friedensfahrten, zu den Weltfestspielen, zu Veranstaltungen des Demokratischen Frauenbundes, der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) und den Parteien und Massenorganisationen (SED, FDGB, FDJ etc.). Daneben werden auch Plakate zum sozialistischen Personenkult wie auch zu den "Bauten des Sozialismus" vorgestellt. Die Bilder vom "sozialistischen Helden" ergänzen jene des äußeren Feindes wie "Imperialismus" und "Kapitalismus", wie Bundesrepublik, NATO und USA.
Die Bedeutung des politischen Plakates für gesellschaftliches und politisches Handeln im 20. Jahrhundert ist keinesfalls hinreichend erforscht. Inwieweit und in welchen Phasen das politische Plakat identitätsstiftend wirkte, es als politischer Faktor seinen Dienst tat oder gar die "Abstimmung mit den Füßen" durch seine Agitprop-Manie (z.B. in den 50er Jahren) nur beschleunigte, mögen Fragen einer zukünftigen Forschung sein, für die diese CD-ROM annähernd 3.000 Beispiele bietet.
Dieter Vorsteher
Deutsches Historisches Museum Berlin: Das politische
Plakat der DDR (1945-1970)
(2700 Werke, 2800 Abb.)
ISBN 3-598-40303-8
Preis 56,- €
--- Titel vergriffen/nicht mehr lieferbar ---
Systemanforderungen
- Microsoft Windows 98, Windows NT 4.0 Service Pack 6a, Windows 2000, XP
- Microsoft Internet Explorer 5.0, 6.0
- CPU mit 133 Mhz Taktfrequenz, 32 MB RAM (64 MB empfohlen)
- 30 MB freier Festplattenspeicher
- 800 x 600 Pixel/16 Bit (minimal)
- CD-ROM Laufwerk
- Unter Microsoft Windows NT, 2000 oder XP sind systemadministrative
Rechte zur Installation der CD erforderlich.


