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Plakate des ersten Weltkrieges 1914-1918

Deutsches Historisches Museum Berlin

Der "zukünftige Historiker" solle an den Plakatarchiven nicht achtlos und mit nur flüchtigem Blick vorübergehen, das Weltkriegsplakat erzähle viel über die Psyche der Masse, so schrieb im letzten Kriegsjahr die Zeitschrift Das Plakat. Vom "Krieg der Bilder" hatten sich alle am Weltkrieg beteiligten Nationen Siegesstimmung, Opferbereitschaft und Durchhaltewillen versprochen. Namhafte Plakatgestalter, zahlreiche Wettbewerbe und hohe Auflagen belegen die Bedeutung, die man der Bildpropaganda zumaß. Als einen Gegenstand des Sammelns empfahl sie der Heraus geber jener Zeitschrift, Hans Sachs, um die künstlerischen Leistungen im Bereich der Feind bildpropaganda und das Selbstverständnis der jeweiligen Kriegspartei zu erforschen.

Sein Hinweis war berechtigt. In diesen vier Kriegsjahren hoben die Plakatkünstler Europas und Amerikas das politische Plakat des 20. Jahrhunderts aus der Wiege. Während die ser tiefen Krise der europäischen Staatengemeinschaft entstanden Bildwelten, die bis zur Mitte des Jahrhunderts nachhaltig das Bild von der jeweiligen Nachbarnation prägten und in ihren überzeugendst en Beispielen bis heute bekanntblieben. Dies gilt vor allem für die französischen und englischen Plakate, die mit drastischen Feindbildern ihre Bürger schreckten oder mit hervorragender Bildgestaltung für die Mobilmachung warben. Mit dem Eintritt Amerikas in den Krieg 1917 erlebte das Propagandaplakat weiter Glanzpunkte.

Diesen gestalterischen Aufbruch in die Moderne, kombiniert mit Feindbildern, vollzogen die deutschen Weltkriegsplakate zunächst jedoch nicht. Obwohl sie ihre bedeutendsten Künstler einsetzten - es schien, als habe sich mit Kriegsbeginn Sprachlosigkeit im Plakatschaffen des Deutschen Reiches eingestellt. Verantwortlich für diesen Mangel, den Hans Sachs bitter beklagte, war unter anderem die anfängliche Aversion der deutschen Heeresleitung, den Gegner auf offiziellen Kriegsanleiheplakaten zu diffamieren. Sie folgte darin der Haager Landkriegsordnung (Artikel 22), die es untersagte, die Bekämpfung des Feindes in "gehässiger Form" der Feindbildpropaganda zu betreiben.

Plakat Weltkrieg

Da aber die Heeresleitung mit ihrem Einmarsch in das neutrale Belgien 1914 das Völkerrecht erheblich verletzt hatte, lieferten sie der Entente (England, Frankreich) genügend Anlaß, die Deutschen allgemein als Mordbrenner, Antichristen und Barbaren in Szene zu setzen. Dem europäischen "Bestiarium" trat seit 1917 mit Amerika die "sportliche" Variante der Kriegsführung hinzu und Onkel Sam und die Freiheitsstatue forderten auf zum Kampf um Gerechtigkeit und Freiheit.

Der hier als CD-ROM vorliegende Bestand an Weltkriegsplakaten ist der bedeutenden Sammlung von Hans Sachs entnommen, die er in Deutschland zwischen 1895 und 1930 angelegt hatte. Sie befindet sich heute im Deutschen Historischen Museum und konnte in den letzten Jahren durch Beispiele nordamerikanischer und russischer Plakate zum Ersten Weltkrieg ergänzt werden.

Dieter Vorsteher

Deutsches Historisches Museum Berlin: Plakate des Ersten Weltkrieges 1914-1918
(700 Werke, 790 Abb.)
ISBN 3-598-40306-2
--- Titel vergriffen/nicht mehr lieferbar ---

Systemanforderungen

  • Microsoft Windows 98, Windows NT 4.0 Service Pack 6a, Windows 2000, XP
  • Microsoft Internet Explorer 5.0, 6.0
  • CPU mit 133 Mhz Taktfrequenz, 32 MB RAM (64 MB empfohlen)
  • 30 MB freier Festplattenspeicher
  • 800 x 600 Pixel/16 Bit (minimal)
  • CD-ROM Laufwerk
  • Unter Microsoft Windows NT, 2000 oder XP sind systemadministrative Rechte zur Installation der CD erforderlich.

Zuletzt aktualisiert: 11.03.2009 · Heekyung Reimann

 
 
 
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