Gedruckte Porträts 1500-1618
Germanisches Nationalmuseum Nürnberg
"Papierene Denkmäler" hat man die druckgraphischen Porträts der Frühzeit genannt. Denn anders als die Porträtmalerei, die schon früh auch private Bildschemata entwickelte, blieb das druckgraphische Porträt - entsprechend dem öffentlichen Charakter des vervielfältigten Bildes - lange Zeit nur Persönlichkeiten vorbehalten, die öffentliches Interesse beanspruchen konnten: weltlichen und geistlichen Fürsten, Staatsmännern, Feldherren und Künstlern, vor allem aber den humanistischen und reformatorischen Gelehrten. Im Vordergrund stand meist die memoriale Funktion, der Wunsch der Dargestellten, im Bildnis weiterzuleben.
Das Germanische Nationalmuseum stellt auf dieser CD seinen Bestand von etwa 3000 druckgraphischen Bildnissen der Frühzeit - von 1500 bis zum Beginn des Dreißigjährigen Krieges - vor. Diese Sammlung ist nicht nur ein reiches Bildkompendium der bedeutendsten Persönlichkeiten des 16. Jahrhunderts, sondern gibt auch interessante Einblicke in die Sozial-, Typen-, Funktions- und Entwicklungsgeschichte des druckgraphischen Porträts der frühen Neuzeit.
Der Bestand des Germanischen Nationalmuseums hat seinen
eindeutigen Schwerpunkt bei den Künstlern des deutschen Sprachgebietes.
Werke niederländischer Künstler sind häufiger, die italienischer oder
französischer Künstler nur ausnahmsweise vertreten. Die Sammlung reicht
von den frühen Einzelblättern Burgkmairs, Dürer und Cranachs über die
Flugblattgraphik der Reformationszeit und die bedeutenden Bildnisfolgen
von Virgil Solis, Tobias Stimmer, Christoph Murer und Theodor de Bry
bis hin zu den allegorischen Porträts der Sadeler, Kilian und Custos.
Als zeitliche Obergrenze wurde das Jahr 1618 angesetzt, um die bedeutenden Porträtstiche des rudolfinischen Manierismus miteinbeziehen zu können. Ein großer Teil der als Einzelblätter erhaltenen Bildnisse stammt aus aufgelösten Porträtwerken. Die Rekonstruktion der kompletten Folgen und und die Zuordnung der Einzelblätter zu einzelnen Auflagen gehört zu den wichtigen Ergebnissen der Bearbeitung.
Der Begriff des Porträts ist in diesem Zusammenhang auf alle Holzschnitte, Kupferstiche und Radierungen angewandt, auf denen real existente, d.h. meist zeitgenössische Personen in ihrer individuellen Erscheinung abbildhaft wiedergegeben sind. Allerdings wird es sich bei manchen Bildnissen auch um Phantasie- oder Typenbilder von Personen handeln, die dem Künstler nur dem Namen nach oder aufgrund anderer Überlieferung bekannt waren. Darstellungen von Gestalten der Antike und des Mittelalters wurden nur dann aufgenommen, wenn sie Bestandteile einer Serie waren, die bis ins 16. Jahrhundert hineinreicht - etwa einer Ahnengalerie oder einer Gelehrtenfolge.
Die Nomenklaturen der Künstler und Dargestellten wurden nach Maßgabe der MIDAS-Richtlinien gewählt (vgl. Lutz Heusinger, Marburger Informations-, Dokumentations- und Administrations- System [MIDAS], Handbuch. K.G.Saur München, London, New York, Paris 1992).
Die vorliegende CD mag als Anregung und mögliche Alternative zu den herkömmlichen Porträtkatalogen angenommen werden, deren Standortnachweise allerdings durch die Verluste des 2.Weltkriegs nicht mehr zuverlässig sind. Als Vision schwebte den BearbeiterInnen vor, dass mit Hilfe der EDV die Zusammenarbeit zwischen den wichtigste Porträtsammlungen zu einem neuen, allgemeinen deutschen Porträtindex führen könne.
Für die Initiative und Unterstützung gilt unser Dank besonders Lutz Heusinger, Philipps-Universität Marburg, und der Volkswagen-Stiftung. Außerdem danken wir den Mitarbeitern des Bildarchivs Foto Marburg, namentlich Angela Kailus, für die EDV-Betreuung. Schließlich gehört unser Dank den Mitarbeitern des Germanischen Nationalmuseums, mit deren Hilfe das Projekt durchgeführt wurde: Katja Sperling, Birgit Suk, Rainer Schoch, Jürgen Bahlack, Klaus Schmidt-Ambrosch und nicht zuletzt Jürgen Musolf für die Herstellung der Fotografien.
Germanisches Nationalmuseum Nürnberg: Gedruckte
Porträts 1500-1618
ISBN 3-598-40302-X
--- Titel vergriffen/nicht mehr lieferbar ---
Systemanforderungen
- Microsoft Windows 98, Windows NT 4.0 Service Pack 6a, Windows 2000, XP
- Microsoft Internet Explorer 5.0, 6.0
- CPU mit 133 Mhz Taktfrequenz, 32 MB RAM (64 MB empfohlen)
- 30 MB freier Festplattenspeicher
- 800 x 600 Pixel/16 Bit (minimal)
- CD-ROM Laufwerk
- Unter Microsoft Windows NT, 2000 oder XP sind systemadministrative
Rechte zur Installation der CD erforderlich.


