Gemälde des XIX. Jahrhunderts
Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin
Die Alte Nationalgalerie öffnet am 2. Dezember 2001
nach dreijähriger Generalsanierung ihre Pforten für das Publikum. Der
subtil erneuerte architektonische Rahmen, der eine attraktive
Präsentation der Werke ermöglicht, gibt Anlass, nicht nur einen neuen
Blick auf die ausgestellten Werke zu suchen, sondern auch die im Depot
verbliebenen Bestände und nicht zuletzt die Verluste neu in Erinnerung
zu rufen. Erst so entsteht ein zutreffendes Bild der Sammlung in ihrer
historischen Gestalt.
Aus diesem Grund publizieren die SMPK neben dem gedruckten Katalog der
in der Ausstellung gezeigten Werke ein Digitales Inventar als
Gesamtverzeichnis der Malerei der Alten Nationalgalerie. Es umfasst
sämtliche Gemälde einschließlich aller langfristigen Leihgaben und
aller verschollenen oder vernichteten Werke. Dem Blick öffnet sich
mithin das vollständige Sammlungsprofil, in die ästhetischen Positionen
und kulturpolitischen Tendenzen des 19. und frühen 20. Jahrhundert
zusammenlaufen.
Die CD-Rom bietet dem Leser mannigfaltige Erschließungsmöglichkeiten.
Sie basiert auf einer leicht verständlichen Datenbankanwendung, deren
Selektionskriterien gleichermaßen auf die Künstler, die Werke oder die
Geschichte der Sammlung zielen. Ankäufe, Verluste oder Provenienzen
lassen sich darin ebenso leicht zusammenstellen wie das Oeuvre eines
Malers oder die Werke einer bestimmten Epoche. Die differenzierte
Verschlagwortung sämtlicher Bildthemen sowie der Nachweis der
dargestellten Personen, Orte oder historischen Ereignisse ermöglichen
einen sehr direkten Zugang zur Bildwelt des 19. Jahrhunderts.
Dank der Kombinierbarkeit unterschiedlicher
Fragestellungen geht der elektronische Katalog der CD-Rom weit über die
Erschließungsmöglichkeiten eines gedruckten Katalogs hinaus. Er bietet
sich also für den kulturwissenschaftlich Interessierten ebenso an wie
für den gelegentlichen Leser, der sich vielleicht ein einzelnes Werk
vergegenwärtigen möchte oder sich auf den Besuch der Nationalgalerie
einstimmt.
Die Bestandskokumentation umfasst neben den 2.741 Gemälden ein
ausführliches Literatur- und Ausstellungsverzeichnis sowie umfangreiche
biographische Informationen zu mehr als 900 Künstlern. Nicht jedes
Gemälde konnte farbig oder schwarz-weiß abgebildet werden, dennoch
liegen mehr als 2.000 Abbildungen vor.
Die Nationalgalerie auf der Museumsinsel wurde nach architektonischen
Vorstellungen Friedrich Wilhelm IV. von Preußen gebaut. Ihre Eröffnung
im Jahr 1896 fällt in die Gründerzeit. Eine Inschrift am Fries des
Gebäudes "DER DEUTSCHEN KUNST 1871" nimmt Bezug auf das Datum der
Reichsgründung und widmet das Haus der politischen Einheit der
deutschen Nation. Bei aller patriotischen Emphase dieser Zeit besaß die
Sammlung von Anfang an europäisches Profil. Schon in dem umfangreichen
Vermächtnis des Berliner Bankiers
J.H.W. Wagener von 1861 bildeten neben deutschen Künstlern der ersten
Hälfte des 19. Jahrhunderts vor allem französische und belgische Werke
einen Schwerpunkt. Umfangreiche Erwerbungen unter den Direktoren
Hugo von Tschudi und Ludwig Justi verstärkten diesen internationalen
Akzent. Tschudis epochale Ankäufe französischer Impressionisten von
Manet bis Cézanne ließen die Galerie zu einem Schauplatz des "Kampfes
um die Moderne" werden.
Unter dem Nationalsozialismus litten vor allem die
modernen Bestände. Zahlreiche Werke wurden als "entartet"
beschlagnahmt; ein Verlust, der nie auszugleichen sein wird. Aufgrund
kriegsbedingter Verlagerungen gelten bis heute 628 Gemälde des 19.
Jahrhunderts als verschollen.
Das Sammlungsinventar eines lebendigen Hauses wie der Alten
Nationalgalerie stellt notwendigerweise work in progress dar. So sei an
dieser Stelle den vielen Mitarbeitern gedankt, die, auch auf die Gefahr
vorläufiger Unvollständigkeit hin, ihre Archive und Karteien zur
Verfügung gestellt und damit dieses Gesamtverzeichnis der Gemälde erst
ermöglicht haben. Besonderer Dank gilt Katja Hesch und Manfred
Tschirner, die für eine kontinuierliche Erweiterung der digitalen
Bestandsdokumentation sorgen.
Eve Förschel / Andreas Bienert
Nationalgalerie Berlin: Gemälde des XIX.
Jahrhunderts
ISBN 3-86502-077-1
Preis 39,90,- € (Katalog mit CD-Rom)
Systemanforderungen
- Microsoft Windows 98, Windows NT 4.0 Service Pack 6a, Windows 2000, XP
- Microsoft Internet Explorer 5.0, 6.0
- CPU mit 133 Mhz Taktfrequenz, 32 MB RAM (64 MB empfohlen)
- 30 MB freier Festplattenspeicher
- 800 x 600 Pixel/16 Bit (minimal)
- CD-ROM Laufwerk
- Unter Microsoft Windows NT, 2000 oder XP sind systemadministrative
Rechte zur Installation der CD erforderlich.


