Filmplakate der Österreichischen Nationalbibliothek
(1910-1955)
Die Österreichische Nationalbibliothek (ÖNB) publiziert mit dieser CD ROM einen digitalen Bestandskatalog zur Sammlung Gregor, die über 3.000 Filmplakate aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts umfaßt.
Das Filmplakat ist so alt wie der Film selbst. Bereits die Filme der Brüder Lumiere wurden ab 1896 mittels Affichen beworben. Aus der Frühzeit der Kinematographie sind aber nur wenige Exemplare erhalten. Die Plakate, die das Publikum in die Kinos locken sollten, waren als Gebrauchsgraphik konzipiert, die im Regelfall nicht für einen längeren Zeitraum oder gar für eine Archivierung bestimmt war. Verschwand ein Film von den Spielplänen der Kinos, wurde auch das Filmplakat zu Makulatur.
Durch die Plakatierung auf Litfaßsäulen und dem Kinogebäude selbst sollte die Aufmerksamkeit einer möglichst breiten Öffentlichkeit erzielt werden. Dabei mußten bestimmte Regeln beachtet werden. Der Textanteil sollte möglichst gering gehalten werden, damit der Inhalt schnell erfaßt werden konnte. Die ersten Filmplakate hatten als Text nur den Filmtitel, später kamen, nicht zuletzt wegen des einsetzenden Starprinzips, ausführlichere Credits hinzu. Schließlich kam es zu einer genauen Regelung, wer, wo und in welcher Größe auf dem Plakat Erwähnung finden durfte.
In gestalterischer Hinsicht ist in den Filmplakaten der jeweilige Zeitgeist aufzuspüren. So fanden kunstgeschichtliche Strömungen wie der Expressionismus, die Neue Sachlichkeit, die innovative Typographie des Bauhauses sowie der Monumentalstil des aufkommenden Faschismus in den Werken österreichischer und deutscher Filmplakatgestalter ihren Niederschlag.
Joseph Gregor (1888-1960), der erste Leiter der Theatersammlung der ÖNB, erkannte bereits 1929 im Zusammenhang mit seinen filmtheoretischen Studien die Bedeutung einer kinematographischen Sammlung und begann, Materialien zum internationalen Film zu archivieren, darunter auch die hier vorgestellten Filmplakate. Schwerpunkte der Sammlung Gregor sind die Plakate der österreichischen Sascha-Film, der deutschen Ufa und die rund 500 Plakate amerikanischer Produktionsfirmen wie Universal, MGM oder Paramount aus den zwanziger und dreißiger Jahren. Daneben gibt es einen umfangreichen Bestand an österreichischen Plakaten aus der Zeit zwischen 1918 und 1920 sowie Plakate aus den frühen fünfziger Jahren. Zusammen bilden sie einen repräsentativen Querschnitt der damals in den Wiener Kinos laufenden Spielfilme.
Die CD-ROM bietet neben den Standard-Suchmasken der DISKUS-Reihe (Themen, Künstler) auch zwei neue für die Bereiche "Plakate" und "Filme". Über letztgenannte Abfrage können filmspezifische Daten (z.B. Filmtitel, Regie, Schauspieler, Produktionsland, Aufführungsjahr) recherchiert werden, die zusätzlich in der Datenbank erfaßt wurden, auch wenn sie nicht am Plakat angegeben waren. Die CD-ROM liefert damit nicht nur Informationen zur Plakatgeschichte, sondern auch eine Filmographie zu allen auf den Plakaten beworbenen Filmen.
Für die Unterstützung dieses Projektes gilt unser besonderer Dank dem österreichischen Bundesministerium für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten und dem Bildarchiv Foto Marburg unter Leitung von Lutz Heusinger. Darüber hinaus danken wir Angela Kailus für die datentechnische Betreuung.
Christian Maryska, Österreichische Nationalbibliothek
Filmplakate der Österreichischen
Nationalbibliothek
(1910-1955)
ISBN 3-598-40311-9
--- Titel vergriffen/nicht mehr lieferbar ---
Systemanforderungen
- Microsoft Windows 98, Windows NT 4.0 Service Pack 6a, Windows 2000, XP
- Microsoft Internet Explorer 5.0, 6.0
- CPU mit 133 Mhz Taktfrequenz, 32 MB RAM (64 MB empfohlen)
- 30 MB freier Festplattenspeicher
- 800 x 600 Pixel/16 Bit (minimal)
- CD-ROM Laufwerk
- Unter Microsoft Windows NT, 2000 oder XP sind systemadministrative
Rechte zur Installation der CD erforderlich.


