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Europäische Plakatkunst 1914-1945

Kunstbibliothek - Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Österreichische Nationalbibliothek Wien

Im Plakat verdichtet sich der Zeitgeist. Es veranschaulicht die Phänome der Alltagskultur und der Mentalitätsgeschichte, kulturpolitische Positionen werden kommuniziert, aber auch wirtschaftliche und parteipolitische Ansprüche. Dabei bietet die Rückschau auf die 'Galerie der Straîe' zugleich mehr als ein historisches Tableau. Die Reduktion der Form auf möglichst plakative Wirksamkeit überführt die Konzepte der künstlerischen Avantgarden in ihre populären Derivate. Dem massenmedialen und zweckgebundenen Charakter der Plakatkunst entspricht, dass sie den ästhetischen Leitvorstellungen ihrer Zeit präzisen Ausdruck verleiht. Nicht nur als historische Referenz sondern vor allem in ihrer künstlerischen Qualität stellen Plakate einen wesentlichen Bestandteil des Kulturerbes dar.Das Weltkriegsjahr 1914 bildet dabei eine wichtige Zäsur.

Plakatkunst

Neben Werbung, Kommerz und Ausstellungswesen rückt nun das breite Feld der politischen Propaganda in den Blickpunkt. Bildplakate dokumentieren die Geschichte zweier Weltkriege, die Zeit der jungen Republiken und die Phasen totalitärer Herrschaft. Zugleich haben sie ideologiestiftenden Anteil an eben dieser Geschichte. Sie ermöglichen einen nahezu unverstellten Blick auf die Ereignisse - und zwingen gerade deshalb den heutigen Betrachter zu kritischer Distanz.Die Kunstbibliothek in Berlin, das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg und die Österreichische Nationalbibliothek in Wien verfügen über einen international repräsentativen Kernbestand zur europäischen Plakatkunst von den Anfängen bis in die Gegenwart. Die Sammlung der Kunstbibliothek beläuft sich auf kaum weniger als 80.000 Blatt mit einem Schwerpunkt im Bereich des künstlerischen Bildplakates. Ähnlich verhält es sich mit dem Bestand des Museums für Kunst und Gewerbe mit über 90.000 Exemplaren. In der Österreichischen Nationalbibliothek werden etwa 70.000 Plakate mit einer wichtigen Schwerpunktbildung im Bereich des Filmplakats sowie des politischen Plakats seit dem 1. Weltkrieg verwahrt.

Wenn aus diesen sich ergänzenden Beständen nun erstmals die zwischen 1914 und 1945 in Deutschland und Österreich gedruckten Plakate publiziert werden können, findet damit eine Tradition erfolgreicher Zusammenarbeit von Plakatsammlungen ihre Fortführung. Sie konzentrierte sich in den siebziger Jahren unseres Jahrhunderts auf die Zeit des frühen Plakats vor 1914 und mündete in die mehrbändige Buchpublikation „Das frühe Plakat in Europa und den USA“. Die vorliegende CD schließt daran an und versammelt nun insgesamt etwa 9.200 Plakate der nachfolgenden Epoche.

Alle Werke wurden nach dem gemeinsamen Dokumentationsstandard MIDAS katalogisiert und liegen in guten Farbreproduktionen vor. Sie können über eine Vielzahl wahlweise kombinierbarer Suchkriterien abgerufen werden. Informationen über Entwerfer, Drucker oder Drucktechniken werden ebenso verfügbar gemacht wie ein Nachweis der im Plakat beworbenen Produkte, die Beschreibung der Darstellungsinhalte oder die Transkription der Texte auf den Plakaten. Eine äußerst differenzierte Erschließung trägt insbesondere den fachübergreifenden, interdisziplinären Ansprüchen Rechnung. Durch die Verknüpfungsmöglichkeiten der Suchergebnisse werden zentrale Inhalte dieses wichtigen Abschnitts im visuellen Gedächtnis der Gesellschaft erstmals in ihrer Breite zugänglich.

Die Durchführung des Projekts wurde unter dem Akronym EPOC – European Posters Collections maßgeblich von der Europäischen Kommission gefördert. Ohne deren finanzielle und ideelle Hilfe wäre eine internationale Kooperation dieses Zuschnitts kaum mehr möglich gewesen. Auch im Sinne des europäischen Gedankens versteht sich EPOC als offenes Projekt, dessen Nachhaltigkeit sich in der zukünftigen Integration weiterer europäischer Plakatsammlungen erweisen soll.

Andreas Bienert, Staatliche Museen zu Berlin

Europäische Plakatkunst 1914-1945
ISBN 3-89739-377-8
Preis 56,- €
Erhältlich im Buchhandel oder beim Verlag und Datenbank für Geisteswissenschaften Weimar, Eselsweg 17, D-99441 Kromsdorf/Weimar

Systemanforderungen

  • Microsoft Windows 98, Windows NT 4.0 Service Pack 6a, Windows 2000, XP
  • Microsoft Internet Explorer 5.0, 6.0
  • CPU mit 133 Mhz Taktfrequenz, 32 MB RAM (64 MB empfohlen)
  • 30 MB freier Festplattenspeicher
  • 800 x 600 Pixel/16 Bit (minimal)
  • CD-ROM Laufwerk
  • Unter Microsoft Windows NT, 2000 oder XP sind systemadministrative Rechte zur Installation der CD erforderlich.

Zuletzt aktualisiert: 11.03.2009 · Heekyung Reimann

 
 
 
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