1848 - Politik, Propaganda, Information und Unterhaltung aus der Druckerpresse
Deutsches Historisches Museum, Berlin
In der Sammlung Dokumente/1 des Deutschen Historischen Museums befindet sich ein umfangreicher Bestand an Druckschriften und Karikaturen aus der Zeit der Revolution von 1848/49. Für die CD ROM wurden etwa 2.000 Maueranschläge, Flugblätter, Flugschriften, Zeitungen und Lithographien ausgewählt und durch Bestände der Bibliothek und der Graphischen Sammlung des DHM ergänzt. Für den Schriftbereich beschränkt sich die Auswahl auf in Preußen und Österreich gedruckte Blätter.
Wort und Bild waren während der Revolution das wichtigste Mittel, eine breite Öffentlichkeit zu erreichen. Als in den Märztagen des Jahres 1848 die Zensur aufgehoben wurde, ergriffen viele Bürger die lang verwehrte Möglichkeit der freien Meinungsäußerung. In der Hoffnung, Politik nun auf der Straße, in Versammlungen, Vereinen, Clubs und Parlamenten machen zu können, wurden Wahlprogramme, propagandistische Flugblätter, Protestschreiben und Flugschriften voller Parteilichkeit, Polemik, volkstümlichem Witz und Ironie, Pathos und Poesie geschrieben und in einer nicht mehr kontrollierten Auflagenhöhe publiziert. Zahlreiche Drucker arbeiteten an Satz und Druck der Schriften, die oft in hoher Auflage im Straßenhandel verkauft wurden. Das Geschäft mit den Presseerzeugnissen zur "Revolution" war einträglich, aber auch riskant und von der Obrigkeit nicht immer gern gesehen. Viele der neu gegründeten Zeitungen erschienen nur kurze Zeit und mancher Verfasser einer Flugschrift sollte sich auf der Anklagebank wiederfinden.
Das große Interesse, das die revolutionären Flugschriften beim Lesepublikum fanden, machten sich auch die Gegner der Revolution zunutze, die sich nun ebenfalls publizistisch rüsteten. Berühmt wurde die Gründung der "Neuen Preußischen (Kreuz) Zeitung", die sich unter dem Motto "Vorwärts mit Gott für König und Vaterland" in den Pressekrieg stürzte. Zu ihren Gründern zählte auch Otto von Bismarck.
Über das aktuelle Angebot informierte sich der interessierte Leser am besten auf der Straße, wo Plakate ausgehängt und Handzettel kostenlos verteilt wurden und Straßenhändler die Druckerzeugnisse feilboten. Der wohlhabendere Leser konnte seine "Revolutions-Zeitung" aber auch im Abonnement erhalten.
Besonderer Gunst beim Käufer erfreute sich die Karikatur, die, als lithographisches Massenprodukt gehandelt, mit Genuß berühmte Personen und ihre Vorlieben ins rechte Licht setzte. So wurde der meist karikierten Person dieser Zeit, dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV., gerne eine Champagnerflasche zur Seite gestellt. Neben den gekrönten Häuptern zählten die gewählten Volksvertreter zu den Zielscheiben des Spotts. Mit kritischem Blick und Empörung über Unreife und Verschrobenheit zeichnete der Künstler den "Kontrast zwischen Wollen und Können" des Parlamentariers, wie F. Pecht in seinen Lebenserinnerungen vermerkte. Illustriert mit Karikaturen wurden auch satirische Flugbätter und Zeitungen, wie der "Kladderadatsch", der das Revolutionsjahr überlebte.
Heidemarie Anderlik
ISBN 3-598-40314-3
--- Titel vergriffen/nicht mehr lieferbar ---
Systemanforderungen
- Microsoft Windows 98, Windows NT 4.0 Service Pack 6a, Windows 2000, XP
- Microsoft Internet Explorer 5.0, 6.0
- CPU mit 133 Mhz Taktfrequenz, 32 MB RAM (64 MB empfohlen)
- 30 MB freier Festplattenspeicher
- 800 x 600 Pixel/16 Bit (minimal)
- CD-ROM Laufwerk
- Unter Microsoft Windows NT, 2000 oder XP sind systemadministrative
Rechte zur Installation der CD erforderlich.


