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Politische Abzeichen der Kaiserzeit und der Weimarer Republik

Deutsches Historische Museum Berlin

Das Deutsche Historische Museum besitzt eine der umfangreichsten Abzeichensammlungen von rund 8.000 Objektnummern. Sie umfaßt den Zeitraum von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart und spiegelt mit ihren Schwerpunkten zum großen Teil die Sammlungstätigkeit des ehemaligen Museums für Deutsche Geschichte der DDR wider.

Abzeichen sind an der Kleidung zu tragende, materialisierte "Bekenntnisse" von Haltung und Gesinnung oder Gruppenzugehörigkeit. Mit ihnen stellt der Träger seine Überzeugung öffentlich zur Schau. Sie signalisieren seine Teilnahme an Veranstaltungen. Sie erinnern an bedeutende Persönlichkeiten oder historische Ereignisse, fordern auf zum Gedenken oder dienen der Werbung und der Finanzierung von Parteien, Organisationen, internationalen Solidaritätsaktionen oder sozialer Hilfe und vielem anderen mehr. Abzeichen sind Erkennungszeichen und Kommunikationsmittel. Sie verbreiten Losungen und Symbole, werden zu Ideologieträgern oder sind im Extremfall Mittel totalitärer Kontrolle.

So unterschiedlich ihre Aufgaben und Anlässe, so vielfältig stellen sich ihre Materialbeschaffenheit, Bildmotive und Gestaltung dar. In Funktion und Form sind sie von Medaillen, Orden und Auszeichnungen trotz einiger Überschneidungsmöglichkeiten zu unterscheiden. In der Gestaltung lehnen sie sich jedoch immer wieder an diese offiziösen Vorbilder an, kopieren Motive, abstrahieren sie oder finden eigene Darstellungsformen auf kleinstem Raum.

Abzeichen

Im Gegensatz zu den Medaillen und Objekten des Auszeichnungswesens sind die Abzeichen - bis auf wenige Aspekte ihrer Motivgeschichte - noch nicht Gegenstand der Forschung geworden. Die wissenschaftliche Bearbeitung erweist sich für die Zeit vor 1918 auch als besonders schwierig, da Gestalter und Prägeanstalten fast durchweg unbekannt sind und in bezug auf Anlaß, Herausgeber oder Datierung nicht immer genaue Zuordnungen vorgenommen werden können.

Einen Einstieg will die CD-ROM mit ihren 786 Objekten ermöglichen. Die vorliegende Auswahl - der Begriff "politische Abzeichen" ist hier sehr weit gefaßt - beschränkt sich weitgehend auf deutsche Abzeichen. Einige Beispiele der österreichischen Sozialdemokratie aus den 1920er Jahren sind mit aufgenommen, da sie noch einmal einen Höhepunkt der künstlerischen Gestaltung gegenüber den zeitgleichen deutschen Ausgaben mit ihrer mehr und mehr sich vereinfachenden Symbolik darstellen.

Die Auswahl reicht von den Anfängen der deutschen Arbeiterbewegung, den ersten Arbeitervereinen und sozialdemokratischen Parteigründungen, über die 1.-Mai-Demonstrationen von SPD und Gewerkschaften mit ihren eindrucksvollen erzählerischen Abzeichen der Jahrhundertwende, über die Teilung der Arbeiterbewegung bis zu den kämpferischen antifaschistischen Aufmärschen der Kommunisten. Die CD-ROM verzeichnet nationalistische und militärische Strömungen der Vorkriegszeit, die Bündnispolitik im Ersten Weltkrieg, die Freikorpsbewegung und das Erstarken der Nationalsozialistischen Partei und ihrer Kampfverbände in der Weimarer Republik. Daneben sind Jugendverbände, Arbeitersport und bürgerliche Turnbewegung vertreten. Die deutsche Vereinskultur findet ebenso ihren Ausdruck wie das Spendenwesen und die öffentliche Wohlfahrt. Für die Beschäftigung mit der politischen Ikonographie bietet dieser Abzeichenbestand vielfältige Möglichkeiten.

Angela Brown

Deutsches Historisches Museum Berlin: Politische Abzeichen der Kaiserzeit und der Weimarer Republik
(780 Werke, 810 Abb.)
ISBN 3-598-40310-0
--- Titel vergriffen/nicht mehr lieferbar ---

Systemanforderungen

  • Microsoft Windows 98, Windows NT 4.0 Service Pack 6a, Windows 2000, XP
  • Microsoft Internet Explorer 5.0, 6.0
  • CPU mit 133 Mhz Taktfrequenz, 32 MB RAM (64 MB empfohlen)
  • 30 MB freier Festplattenspeicher
  • 800 x 600 Pixel/16 Bit (minimal)
  • CD-ROM Laufwerk
  • Unter Microsoft Windows NT, 2000 oder XP sind systemadministrative Rechte zur Installation der CD erforderlich.

Zuletzt aktualisiert: 09.03.2009 · Heekyung Reimann

 
 
 
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