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Kunstschutz      

     

2. Weltkrieg

                                                     

Bildarchiv Foto Marburg

„Eine photographische Inventarisation der belgischen Kunstdenkmäler“ - Die Fotokampagne des militärischen Kunstschutzes in Belgien, 1941-1944

Das Bildarchiv Foto Marburg beherbergt über 7000 Negative, die auf Veranlassung des deutschen Kunstschutzes während des 2. Weltkriegs im besetzten Belgien entstanden.

Sie sind das Ergebnis einer vom Reichministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung finanzierten, vom Kunstschutzstab betreuten und von Foto Marburg durchgeführten fotografischen Inventarisation. Dabei wurden von 1942-1944 etwa 2000 Neuaufnahmen wichtiger Kunst- und Baudenkmäler im besetzten Belgien realisiert..

Zusätzlich wurde von 1941-1943 ein im Musée Cinquantenaire (heute im IRPA, Brüssel) liegender Bestand historischer Glasnegative des 1. Weltkrieges ausgewertet und eine Auswahl von etwa 5000 Duplikatnegativen angefertigt. Dieser historische Bestand stammt von einer vorangegangenen Fotokampagne der Jahre 1917/1918, die sich unter der Leitung des Kunsthistorikers Paul Clemen, dem damaligen Provinzialkonservators der Rheinprovinz - erstmals im Rahmen des Kunstschutzes - um eine fotografische Inventarisierung der Bau- und Kunstdenkmäler Belgiens bemühte. Die von erfahrenen deutschen Dokumentarfotografen angefertigten etwa 10.000 Aufnahmen wurden in den kunsthistorischen Instituten in Bonn bzw. Berlin gesammelt und waren Grundlage für das 1923 erschienene zweibändige Handbuch ‚Belgische Kunstdenkmäler’. Ende der 20iger Jahre wurden die Negative jedoch auf Betreiben des belgischen Staates an das Musée Cinquantenaire in Brüssel verkauft.

Der Bestand bietet somit eine umfassende, teilweise sehr detaillierte Bilddokumentation zur Kunst und Architektur in Flandern und Wallonien. Die Aufnahmen stehen durch die historischen Entstehungsbedingungen und die gemeinsame Zielsetzung der Inventarisation in einem engen Kontext, weisen aber dennoch wegen der Unterschiedlichkeit der beteiligten Fotografen eine Vielfalt in der fotografischen Umsetzung auf. Der Bestand spiegelt die Inventarisationsbestrebungen des Kunstschutzes während der beiden Weltkriege und ist damit eine wichtige Quelle für Forschungen zu diesem Thema.

Fotografische Inventarisierung, 1.Weltkrieg   Fotografische Inventarisierung, 2.Weltkrieg
1917-1918   1942-1944
weltkrieg1.jpg   weltkrieg2.jpg

 

Antwerpen      Brügge      Brüssel      Gent       Kortrijk     Löwen     Mechelen       Tournai

 

Neben der konzentrierten Darstellung einzelner herausragender Meisterwerke wie dem Merode-Altar von Robert Campin (heute in The Cloisters Collection, N.Y.) oder Michelangelos Brügger Madonna bietet das Konvolut eine breite, weit gestreute Dokumentation der Kunst- und Baudenkmäler Belgiens.
z.B. Lettner, Wasserschlösser, Wohnbau

Fotografen: Carl Ludwig / Paula Deetjen / Franz Stoedtner

weiterführende Links:
Kunstschutzkampagne Frankreich, Bildarchiv Foto Marburg, 1940-1942
Kunstschutzkampagne Baltikum, Bildarchiv Foto Marburg 1938-1939
Kunstschutz Italien, Bibliotheca Hertziana

Zuletzt aktualisiert: 09.03.2010 · Heekyung Reimann

 
 
Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte - Bildarchiv Foto Marburg

Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte - Bildarchiv Foto Marburg,
Biegenstraße 11, D-35037 Marburg Tel. 06421/28-23600, Fax 06421/28-28931, E-Mail: bildarchiv@fotomarburg.de

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