Wege zur Moderne – Richard Hamann als Sammler
Museum für Kunst und Kulturgeschichte
der Philipps Universität Marburg, Ernst-von-Hülsen-Haus, Biegenstraße
11
28.03. bis 28.06.2009
![]() |
Der 1913 zum Professor für neuere Kunstgeschichte an der Marburger Philipps-Universität ernannte Richard Hamann (1879 – 1961) war ein leidenschaftlicher Bildersammler: Privat trug er eine umfangreiche Sammlung der Kunst des 19. und vor allem des 20. Jahrhunderts zusammen. Der wesentliche Teil dieses Bestandes wurde im Jahr 1960 vom Land Hessen für das Universitätsmuseum angekauft und wird im Rahmen der Ausstellung nach fünfzig Jahren erstmals wissenschaftlich erschlossen präsentiert. Neben Werken des 19. Jahrhunderts ragen hier besonders Gemälde und Papierarbeiten von Curt Herrmann, Oskar Moll, Max Pechstein, Alexander von Jawlensky, Johannes Molzahn, Paul Klee und Wassily Kandinsky hervor. Leihgaben aus dem damals nicht erworbenen Teil der Sammlung Hamann runden den Überblick über die einstige Privatsammlung inhaltlich ab.
Die Ausstellung stellt zugleich Hamanns stete Bemühungen um die fotografische Kunstdokumentation im Dienst der wissenschaftlichen Forschung und der öffentlichen Bildung vor. Bereits mit seiner Berufung nach Marburg setzte der Aufbau des späteren Bildarchivs Foto Marburg (heute Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte) ein. Bis zu Hamanns Emeritierung im Jahr 1949 stieg die Zahl der Fotografien auf ca. 250.000, indem er Negative erwarb sowie Fotokampagnen im In- und Ausland durchführte.
Schließlich fragt die Ausstellung nach Hamanns Bedeutung für die Anfänge des Marburger Universitätsmuseums. Bei dessen Gründung im Jahr 1927 anlässlich des 400jährigen Jubiläums der Philipps-Universität wurde dank Künstlerspenden und umfangreichen Leihgaben aus den Museen in Berlin und Kassel ein Programm entwickelt, das eine Gemäldegalerie mit verschiedenen Schulen und Gattungen umfasste. Untersucht werden unter anderem die dabei zur Geltung gekommenen Anteile von Hamanns kunsthistorischer Vorstellung sowie seine persönlichen Kontakte zu Künstlern und Kollegen.
Der immerhin einige Jahre währenden Konstruktion, eine Gemäldegalerie mit Dauerleihgaben zu realisieren, verdankt das heutige Museum seine Existenz. Im Laufe der Zeit konnte eine eigene Sammlung aufgebaut werden, und die letzten Leihgaben wurden in den 1960er Jahren wieder abgegeben. Für die Dauer der Ausstellung kehren ein paar der einstigen Leihgaben nach Marburg zurück, darunter zwei Gemälde der Rembrandt-Schule.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, ermöglicht durch eine Förderung der „Freunde des Marburger Universitätsmuseums e. V.“ (hrsg. v. Agnes Tieze, Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Philipps Universität Marburg; Autoren: Agnes Tieze, Christoph Otterbeck, Angela Matyssek, mit Beiträgen von Michael Buchkremer, Silvia Popa und den Studierenden des kunstgeschichtlichen Seminars unter der Leitung von Christoph Otterbeck)
Kooperationspartner der Ausstellung: Kunstgeschichtliches Institut der Philipps-Universität Marburg; Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg
Abbildungsunterschrift des Titelmotives:
Curt Herrmann Obstbäume bei Pretzfeld, 1918
Aquarell, Bleistift, 31,3 x 47,2 cm
Marburg, MKK, Inv. Nr. 3111
Informationen:
Kuratorenführung:
Sonntag, 17.5.2009, um 11.00 Uhr
Führungen durch Studierende des Kunstgeschichtlichen
Instituts:
Sonntag, 19.4.2009, um 11.30 Uhr
Dienstag, 28.4.2009, um 12.00 Uhr
Mittwoch, 6.5.2009, um 12.00 Uhr
Sonntag, 14.6.2009, um 11.30 Uhr
Sonderführungen:
Sonntag, 7.6.2009, um 11.30 Uhr
Thomas Jahn M.A., Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte –
Bildarchiv Foto Marburg
„Richard Hamann – Spiritus Rektor des Kunstinstituts und des
Bildarchivs“
Sonntag, 28.6.2009, um 11.30 Uhr
Dr. Stefanie Rauch, Musikwissenschaftliches Institut der
Philipps-Universität Marburg
„Wassily Kandinsky und Arnold Schönberg: Und die heutige malerische
und musikalische Dissonanz ist nichts als die Consonanz von
morgen.“
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 11 – 13 und 14 – 17 Uhr
Eröffnungstag am 27.3.2009 11 – 24 Uhr
Sonderöffnungszeiten zum XXX. Deutschen Kunsthistorikertag
in Marburg:
25./28./29.3.2009 11 – 17 Uhr
26.3.2009 11 – 20 Uhr
Eintritt normal 3,50 Euro, ermäßigt 2 Euro.
Sonderführungsgebühr pro Person 2 Euro.
Dr. Agnes
Tieze
Direktorin des Museums für Kunst und Kulturgeschichte der Philipps
Universität Marburg
Geschäftszimmer des Museums
0 64 21 / 28 - 2 23 55
0 64 21 / 28 - 2 21 66
www.uni-marburg.de/uni-museum



