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Farbdiaarchiv zur Wand- und Deckenmalerei

Das digitale „Farbdiaarchiv zur Wand- und Deckenmalerei“ ist ein Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Dokumentationszentrums für Kunstgeschichte - Bildarchiv Foto Marburg und der Photothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte München, in Kooperation mit dem Kunsthistorischen Institut der Universität Mainz und dem Herder-Institut Marburg.

Das Archiv enthält knapp 40.000 Farbfotografien von Freskenzyklen und Wanddekorationen in Kirchen, Klöstern, Schlössern und anderen Profanbauten in Deutschland, Österreich, Polen, Russland und Tschechien. Die dem Archiv zugrunde liegende Fotokampagne der Jahre 1943 bis 1945 war der Versuch des nationalsozialistischen Regimes, angesichts drohender Zerstörung durch alliierte Luftangriffe die wandfeste Ausstattung bedeutender Baudenkmäler im „großdeutschen Reich“ zu dokumentieren. Um eine größtmögliche Sicherheit der Bildüberlieferung zu gewährleisten, waren die Fotografen vertraglich verpflichtet worden, von den einzelnen Motiven jeweils Aufnahmen in mehreren Exemplaren an den Auftraggeber der Kampagne – das Reichministerium für Volksaufklärung und Propaganda – zu liefern. Die verschiedenen Sätze von Aufnahmen wurden in den letzten Kriegstagen in verteilten Sicherungsdepots eingelagert und überdauerten dort das Kriegsende. 1956 wurde das Zentralinstitut für Kunstgeschichte als Treuhänder der Bundesrepublik Deutschland mit der Verwaltung der Farbdias betraut und zu diesem Zweck der überwiegende Teil des Materials in München zusammengeführt und wissenschaftlich bearbeitet. Ein wichtiger Teilbestand, der 1947 von der französischen Besatzungsmacht an das Kunsthistorische Institut der Universität Mainz übertragen worden war, erhielt das Bildarchiv Foto Marburg 1996 als Dauerleihgabe.

Die Übernahme des Teilbestandes in das Marburger Bildarchiv bildete den Ausgangpunkt für das gemeinsam mit dem Zentralinstitut entwickelte Digitalisierungsprojekt zur Schaffung eines digitalen Mastersatzes, um einerseits dem drohenden Farbverlust der Diapositive zu begegnen und andererseits dieses wichtige Material der Öffentlichkeit in einer wissenschaftlichen Datenbank benutzerfreundlich zur Verfügung zu stellen. Seit 2001 wurden die Aufnahmen hochwertig digitalisiert und im Oktober 2005 in einer Bilddatenbank kostenlos im Internet zugänglich gemacht (www.zi.fotothek.org und www.bildindex.de). Die Farbaufnahmen von rund 480 Bauwerken, von denen viele im Verlauf des Zweiten Weltkriegs ganz oder teilweise zerstört wurden, stellen seitdem eine wichtige Quelle für Forschungen und Restaurierungsvorhaben zum europäischen Kulturerbe dar.

Für die Bemühungen um die Sicherung, wissenschaftliche Erschließung und Publikation des Materials des Farbdiaarchivs, wurden das Zentralinstitut und das Bildarchiv Foto Marburg im Jahr 2006 gemeinsam mit dem Hauptpreis des Kulturerbe-Preis der Europäischen Kommission / EUROPA NOSTRA-Preis ausgezeichnet.

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Zuletzt aktualisiert: 03.03.2009 · Heekyung Reimann

 
 
Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte - Bildarchiv Foto Marburg

Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte - Bildarchiv Foto Marburg,
Biegenstraße 11, D-35037 Marburg Tel. +49 6421/28-23600, Fax +49 6421/28-28931, E-Mail: bildarchiv@fotomarburg.de

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