Luftbildarchiv deutscher Städte
Das „Luftbildarchiv Deutscher Städte“ umfasst 3.235 detailreiche Schrägluft-Aufnahmen von Ortschaften des ehemaligen Deutschen Reiches und der während des 2. Weltkriegs annektierten Gebiete. Das Konvolut besteht aus einem älteren Bestand mit Aufnahmen aus der Zeit um 1925 bis 1935 und einem jüngeren, dessen zwischen 1941 und 1945 entstandene Bilder teilweise Zerstörungen durch Kriegseinwirkungen zeigen.
Die Bilder entstammen der Bildstelle des „Generalbauinspektors der Reichshauptstadt“, der Albert Speer seit 1937 vorstand und standen dem 1943 gegründeten „Arbeitsstab für den Wiederaufbau der deutschen Städte nach dem Kriege“ zur Verfügung. Die Sammlung sollte die urbanen Strukturen zahlreicher Orte des Reiches dokumentieren und nach Kriegsende einen zügigen, den Bedürfnissen des Nationalsozialismus angepassten Wiederaufbau erlauben. Bei Kriegsende konnte ein Teil des Bildbestandes vor der Zerstörung bewahrt werden und geriet durch Erbfall an den Kieler Ordinarius für Kunstgeschichte, Professor Lars Olof Larsson, der ihn 1986 an Bildarchiv Foto Marburg vermittelte.
Der historische Wert der Aufnahmen ist beträchtlich, dokumentieren sie doch Städte in Deutschland, Österreich, Tschechien und Polen, die vielfach im Kriege zerstört oder in den letzten 60 bis 80 Jahren durch Baumaßnahmen umfangreich verändert wurden.
Lit.: Marek Baranski / Andrzej Soltan: Warszawa –
Ostatnie Spojrzenie. Niemieckie Fotografie Lotnicze Sprzed Sierpnia
1944 (Warschau – Der letzte Blick. Deutsche Luftaufnahmen entstanden
vor August 1944). Warschau 2004.
Christian Bracht: Das Marburger Luftbildarchiv deutscher Innenstädte.
In: Christian Fuhrmeister u. a.: "Führerauftrag Monumentalmalerei".
Eine Fotokampagne 1943-1945. Köln 2006, S. 163-172
Erich Mulzer: Bild und Erinnerung. Nürnberger Luftaufnahmen 1944.
Nürnberg 1995
Fundstellen:
930.382 - 933.617












