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Galerie der besonderen Bilder

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Villa Tugendhat (1928-1930), Ludwig Mies van der Rohe, Essbereich. Aufnahme: Foto Marburg, Dr. Franz Stoedtner-Archiv, Neg.-Nr. 1.183.884, 1930/1931

Eine Ikone der modernen Architektur wieder zugänglich

Seit März 2012 ist die Villa Tugendhat in Brünn, ein Hauptwerk der modernen Architektur, wieder für das Publikum geöffnet.

Ludwig Mies van der Rohe (1886-1969) hatte das Gebäude 1928 als repräsentatives Wohnhaus für das jüdische Unternehmer-Ehepaar Fritz und Grete Tugendhat entworfen. Nur wenige Jahre später musste die Familie wegen der nationalsozialistischen Verfolgungen emigrieren. Die Villa wurde geplündert und war jahrzehntelang dem Verfall ausgesetzt. Bereits 2001 in die Liste des Unesco-Weltkulturerbes aufgenommen, wurde ab 2010 eine aufwändige und sorgfältige Restaurierung durchgeführt.

Dem heutigen Besucher eröffnet sich nun erneut die bestechende Eleganz und Schlichtheit der großzügigen, durch den behutsamen Einsatz wertvoller Baumaterialien geprägten Räume. Auf der zeitgenössischen Aufnahme aus dem Franz-Stoedtner-Archiv erscheint die elegant geschwungene Trennwand aus Makassar-Ebenholz, die den Essbereich vom übrigen Wohnraum separiert, noch im ursprünglichen Zustand. Das kostbare Furnier war lange verschollen und wurde erst 2011 durch glücklichen Zufall in einer Mensa der Brünner Universität wiederentdeckt.

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Nicolaus Gerhaert, Selbstbildnis (?), 1467, Sandstein, Höhe 41 cm, Strasbourg, Musée de l’Œuvre Notre-Dame. Foto: Helga Schmidt-Glassner (Neg.Nr. 1.556.729), Aufnahme 1950/1960

Niclaus Gerhaert. Der Bildhauer des Mittelalters

Unter diesem Ausstellungstitel präsentiert das Frankfurter Liebieghaus bis 4. März 2012 über siebzig Skulpturen aus internationalen Sammlungen, darunter nach neuestem Forschungsstand für Gerhaert gesicherte und ihm zugeschriebene Skulpturen sowie Arbeiten aus seinem Umkreis und seiner Nachfolge.

Der Niederländer Nic(o)laus Gerhaert von Leyden, vermutlich um 1430 in Leiden geboren, ab 1462 in Straßburg tätig und 1473 in Wiener Neustadt verstorben, ist zweifellos einer der bedeutendsten spätmittelalterlichen Künstler. Seine Werke in Holz und Stein überzeugen durch handwerkliche Virtuosität, große Lebensnähe, räumliche Wirkung und vermitteln noch heute ihre innovative Qualität. Berühmte Bildhauer wie Tilman Riemenschneider, Veit Stoß, Michel Erhart oder Michael Pacher sind ohne ihn nicht denkbar.

Ein zentrales Werk im Oeuvre ist die steinerne Porträtbüste aus dem Straßburger Münster mit dem vermeintlichen Selbstbildnis des Künstlers. Das eindrucksvolle Motiv des Kopfaufstützens wird seit der Antike als Geste der gedanklichen Vertiefung und der Melancholie gedeutet.

Ausstellung

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Grabplatte des Herzogs Widukind, Kupferstich aus: Samuel Reyher, Monumenta Landgraviorum Thuringiae..., Gotha 1692
Copyright: Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt, Halle, Digitale Sammlungen, URN: urn:nbn:de:gbv:3:1-25218-p0110-1

Rezeptionen mittelalterlicher Kunst vor 1700

Mittelalterliche Kunstwerke wurden in Deutschland während des 16. und 17. Jahrhunderts erneuert, ergänzt, umgesetzt, verkauft und neu inszeniert, aber auch in Bild und Beschreibung dokumentiert. Diese unterschiedlich motivierte repräsentative Inanspruchnahme und inhaltliche Umdeutung begünstigte den Erhalt der Objekte, wurde jedoch von der Forschung bisher kaum beachtet.

Am Deutschen Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte wird derzeit unter Leitung von PD Dr. Arwed Arnulf ein DFG-gefördertes Forschungsprojekt durchgeführt, das Varianten und Intentionen des frühneuzeitlichen Umgangs mit mittelalterlicher Architektur und Kunst behandelt. Vom 19.-20.1 stellt eine Tagung das Forschungsprojekt sowie die entstehende Forschungsdatenbank vor und diskutiert unter Heranziehung auswärtiger Wissenschaftler Fragen, Probleme und verwandte Themen.

Rezeptionen mittelalterlicher Kunst vor 1700
Inszenierung, funktionale Umdeutung und antiquarische Interpretation mittelalterlicher Architektur und Kunst.
Tagung 19.-20.01.2012

Grabplatte des Herzogs Widukind im Bildindex

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Frankfurt am Main, Museum für Moderne Kunst, Treppenhaus, Hans Hollein,
1987-1991. Foto: Foto Marburg, Waltraud Krase, Aufnahme 1991, Neg.-Nr. C454.097

Architektur - Fotografie

Die spannungsvolle Beziehung zwischen Architektur und Fotografie ist Gegenstand einer internationalen Tagung, die vom 10.11.-12.11.2011 vom Deutschen Dokumentationszentrum - Bildarchiv Foto Marburg veranstaltet wird. Gefragt wird nach den Wechselwirkungen zwischen dem ältesten der neuen Bildmedien und der monumentalsten aller künstlerischen Gestaltungsformen.

Zur Debatte steht zunächst das fotografische Bild der modernen und zeitgenössischen Architektur, einschließlich seiner Modifikationen unter den Bedingungen der digitalen Medienwelt. Von verschiedenen Standpunkten aus soll Architektur-Fotografie im Kontext der Historiographie erörtert und deren Rolle im architektonischen Entwurfsprozess sowie in der Präsentation, Vermittlung und Vermarktung von Architektur analysiert werden.

Inwiefern die fotografische Perspektive auf Architektur als künstlerische Interpretation und zugleich als Dokumentation zu betrachten ist, wird anhand der Präsentationen bekannter Fotografinnen und Fotografen angesprochen.

Tagungsflyer

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Jean Pascal Sébah: Kairo, Grabkomplex des Amir Khayrbak, Albuminabzug, um 1880 (Sammlung Frühe Fotopositive, Bildarchiv Foto Marburg)

Frühe Fotopositive im Bildarchiv Foto Marburg

Im Zeitalter der digitalen Medien schärft sich der wissenschaftliche Blick für die historische Dimension der analogen Fotografie. Negativ und Abzug erscheinen in neuem Licht und werden verstärkt zum Gegenstand kunst-, medien- und wissenschaftsgeschichtlicher Forschung.

Auch im Bildarchiv Foto Marburg hat man in jüngster Zeit die eigenen Bestände unter diesem Aspekt verstärkt in den Blick genommen. Neu in den Fokus geriet dabei die seit 1889 aufgebaute Sammlung von Fotopositiven, der über Jahrzehnte für Lehre und Forschung genutzte, systematisch geordnete "Kunsthistorische Apparat". Diese Sammlung enthält neben zahlreichen, meist sehr gut erhaltenen Abzügen der einschlägig bekannten Fotoagenturen auch besonders seltene und wertvolle Exemplare aus der Frühzeit der kunsthistorischen Dokumentar- und Reisefotografie.

Seit Mitte September zeigt die virtuelle Ausstellung "Salz, Silber und Papier - frühe Fotopositive des Bildarchivs Foto Marburg" eine Auswahl dieses Bestandes. Die im Rahmen eines Projektseminars an der Philipps-Universität Marburg vorbereitete und als ausbaufähiges Projekt konzipierte Präsentation soll das Material einer größeren Öffentlichkeit vorstellen und weiterer Forschung den Weg ebnen.

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Alfeld an der Leine, Fagus-Werk, Walter Gropius, 1911-1915. Foto: Bildarchiv Foto Marburg, Franz Stoedtner, 1915/1940, Neg.Nr. 1.129.008

Das Fagus-Werk - Wegbereiter der modernen Architektur

Im Jahr 1911 beauftragte der freigeistige Unternehmer Carl Benscheidt den damals noch unbekannten Architekten Walter Gropius mit dem Bau einer Schuhleistenfabrik in Alfeld an der Leine. Mit seiner neuen schlichten Sachlichkeit und der lichten Ästhetik entwickelte das in zwei Bauphasen errichtete Fagus-Werk eine bahnbrechende Wirkung für die moderne Industriearchitektur.

Der spätere Bauhaus-Gründer Gropius entwarf eine funktional gegliederte Gebäudegruppe aus klaren Baukuben. Die Außenwände des Hauptbaus werden nahezu vollständig in Fensterflächen aufgelöst, die vorhangartig Geschosse und Gebäudeecken überdecken und dem Fabrikgebäude eine bis dahin unbekannte Leichtigkeit verleihen. Mit der Trennung von verdecktem, baulichem Gerüst und vorgehängter, transparenter Fläche nimmt Gropius die Formensprache der curtain-wall voraus, die erst über ein Jahrzehnt später zum entscheidenden Merkmal des ‚Neuen Bauen‘ werden sollte. Rund 100 Jahre nach Baubeginn erklärt die UNESCO am 25.7.2011 die Fabrik, die nach wie vor im Betrieb ist, zum Weltkulturerbe.

Bereits 1981, wenige Jahre vor der ersten umfangreichen Restaurierung von 1984, dokumentierte das Bildarchiv Foto Marburg die seit 1946 unter Denkmalschutz stehende Anlage.

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Rheinfelden (Baden), Altes Wasserkraftwerk, Maschinenhaus vom Schweizer Rheinufer aus, Conradin Zschokke und Otto Intze, 1895-1899, Foto: Foto Marburg, Thomas Scheidt 2010, Neg. Nr. fmd454552

Einmaliges Industriedenkmal abgerissen

Das Alte Wasserkraftwerk Rheinfelden (Baden) wurde 1898 in Betrieb genommen und war das älteste und größte Flusskraftwerk in Europa. Nach Plänen des Schweizer Bauingenieurs Conradin Zschokke errichtet, versorgte es über ein Jahrhundert lang deutsche und Schweizer Gemeinden mit (10 MW) Strom aus 20 Turbinen und wurde Keimzelle des heutigen europäischen Stromverbundnetzes. Das 150m lange Maschinenhaus mit historisierenden Fassaden und einmaliger maschineller Ausstattung sowie die Stahlfachwerkbrücke über den Rhein (210m) galt als technisch und architektonisch herausragendes Industriedenkmal. Gegen alle Widerstände, vor allem von Denkmalpflegern und Historikern, fand der Abriss nach Inbetriebnahme des Neubaus (EnBW) ab Herbst 2010 statt.

Das Bildarchiv Foto Marburg hat die Außenanlage des Gebäudekomplexes vor dem Abriss im Juni 2010 dokumentiert.

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Dom-Museum Hildesheim, Kopfreliquiar des heiligen Oswald aus dem Domschatz, Hildesheim um 1185-1189, Silber, teilvergoldet, Niello, Filigran, Email, Stein- und Perlbesatz, Eichenholzkern, Höhe 45,5 cm. Inv. Nr. DS 23.
Foto:Foto Marburg/Dom-Museum Hildesheim Neg.Nr. dmhds23_05

Ausstellung „Schätze des Glaubens“
Bode-Museum zeigt Meisterwerke mittelalterlicher Kirchenkunst aus Hildesheim und Berlin

Erstmals werden die bekanntesten Zeugnisse spätantiker bis spätgotischer Kirchenkunst aus dem Dom-Museum in Hildesheim und dem Berliner Kunstgewerbemuseum gemeinsam ausgestellt, begünstigt durch den Umbau der beiden Stammhäuser. Von September 2010 bis September 2012 öffnet sich dem Besucher im Untergeschoss des Museums eine mittelalterliche Schatzkammer mit herausragenden Werken der Elfenbeinschnitzerei, Goldschmiedekunst und Buchmalerei. Gezeigt werden - neben Zimelien der Handschriftenabteilung der Berliner Staatsbibliothek - einzigartige Werke aus dem berühmten Welfenschatz, dem Basler Münsterschatz sowie des Kirchenschatzes von St. Michael und des Domschatzes in Hildesheim. Zu den Spitzenstücken aus Hildesheim zählen die große goldene Madonna, das silberne Bernwardkreuz, zwei Bernward-Leuchter oder das Kopfreliquiar des heiligen Oswald.

Der Hildesheimer Domschatz gehört - zusammen mit dem Dom und St. Michael – zum UNESCO-Weltkulturerbe. Das zugehörige Bildarchiv des Dom-Museums Hildesheim befindet sich seit 2010 als Dauerleihgabe im Bildarchiv Foto Marburg und ist im Bildindex online zugänglich.

Ausstellung Schätze des Glaubens

Das Dom-Museum im Bildarchiv Foto Marburg

 

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London, Wellington Arch (Decimus Burton, 1883) mit Quadriga (Adrian Jones, 1912), davor Ausschnitt eines Artillerie-Denkmals. Foto: Foto Marburg, Aufnahme Reinhart Koselleck um 1980.

Nachlass Reinhart Kosellecks (1923-2006) zur Politischen Ikonographie und Ikonologie

Seine Fotografien seien zwar qualitativ nicht die besten, gelegentlich wohl aber die „originelleren“, schreibt Reinhart Koselleck 2002 im Zusammenhang einer Publikationsvorbereitung. An die 30.000 Bilder zur politischen Ikonographie und Ikonologie im Allgemeinen und zum gewaltsamen Tod im Speziellen, darunter insbesondere Krieger- und Reiterdenkmäler im In- und Ausland sowie Holocaust-Gedenkstätten, haben ihren Platz in der Bildsammlung Kosellecks gefunden. Mitnichten handelt es sich dabei aber um eine rein ikonographische Motivsammlung. Vielmehr bezeugen vor allem Kosellecks eigenhändige Fotografien das kritische Potential einer politischen Ikonologie. Politische Ikonologie ist dabei wohl auch eine Sache des Standpunkts und der Perspektive: Das ausgewählte Foto ist in London um 1980 entstanden. Es zeigt das Wellington Tor mit Quadriga, perspektivisch gebrochen und dabei gewissermaßen bildlich „auf den Boden der Tatsachen geholt“, an die Seite eines “Unbekannten Soldaten“ (Vgl. auch Koselleck, Reinhart: „Der Unbekannte Soldat als Nationalsymbol im Blick auf Reiterdenkmale“, in: „Vorträge aus dem Warburg-Haus“, Bd. 7, 2003).

Im Frühjahr 2009 hat das Deutsche Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg den Bildnachlass des 2006 verstorbenen Historikers Reinhart Koselleck übernommen, der schriftliche Nachlass ging an das Deutsche Literaturarchiv Marbach. In Kooperation erschließen beide Institutionen die Bestände und machen sie für die Forschung zugänglich. Vom 18. – 20. November 2010 wird nun erstmals eine Tagung in Marburg zum Thema „Reinhart Koselleck - Politische Ikonologie“ erste Forschungsergebnisse präsentieren und im weiteren interdisziplinären Rahmen diskutieren.

Zur Tagungs-Website

 

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Stuttgart, Hauptbahnhof, südöstlicher Seitenflügel, Paul Bonatz.& Friedrich Eugen Scholer, 1911-1928, Foto: Foto Marburg, Rose Hajdu 2009, Neg. Nr. fmd445859

Stuttgarter Hauptbahnhof

Der Stuttgarter Hauptbahnhof wurde 1914-1928 nach den Entwürfen der Architekten Paul Bonatz (1877–1956) und Friedrich Eugen Scholer (1874–1949) erbaut. Das Bauwerk vereint traditionelle Elemente repräsentativer Monumentalität mit progressiven Merkmalen, welche sich im Kompositionsprinzip oder den mehrheitlich flachen Dächern zeigen. Das monumentale Bauwerk gilt daher als Vertreter der sogenannten „Anderen Moderne“ und spielt eine entscheidende Rolle in der Architekturgeschichte des 20. Jahrhunderts.

Im Rahmen des umstrittenen Verkehrs- und Städtebauprojekts Stuttgart 21 wird der denkmalgeschützte Kopfbahnhof in den nächsten Jahren in einen unterirdischen Durchgangsbahnhof umgewandelt. Mittlerweile hat - trotz größter Widerstände -der hierfür nötige Abriss der Seitenflügel begonnen.

Im Sommer 2009 hatte das Bildarchiv Foto Marburg eine Dokumentation in Auftrag gegeben, um den ursprünglichen Zustand des bedrohten Baudenkmals fotografisch festzuhalten. Dabei wurden sowohl Außenfassaden samt wesentlicher Details als auch Ansichten diverser Innenräume fotografiert.

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Günter Behnisch : München, Olympiastadion, Blick auf die nordwestlichen Ränge von Süden (Aufnahme 1972) Foto: Foto Marburg, Neg.Nr. B 16/5

Günter Behnisch

1922 bei Leipzig geboren, studierte der renommierte deutsche Architekt Günter Behnisch in Stuttgart Architektur und gründete dort 1952 sein Architekturbüro. Verknüpft mit seinen vielen bautechnischen Neuerungen waren für das Werk seine Vorstellungen eines Bauens „für den Menschen“, die mit nicht hierarisch strukturierten, offenen und transparenten Bauten das Bild der deutschen Nachkriegsarchitektur prägten. Weltweite Bekanntheit erzielte er mit dem Olympiagelände in München (1967-1972), dessen bestimmendes Merkmal die kühne, zusammen mit Frei Otto entwickelte schwebende Zeltdachkonstruktion ist. Der Plenarsaal des deutschen Bundestags in Bonn (1992-1993) liefert ein weiteres prominentes Zeugnis für die schöpferische Qualität des „Baumeisters der Demokratie“ Behnisch. Von 1967 bis 1987 wirkte er in Darmstadt als Professor an der Technischen Universität. In Dresden lehrte er bis 2000 an der von ihm 1996 mitbegründeten Sächsischen Akademie der Künste. Am 12. Juli 2010 starb Günter Behnisch im Alter von 88 Jahren.

Die vom Bildarchiv Foto Marburg 1972 angefertigte Fotoserie dokumentiert die Münchner Olympia-Gebäude unmittelbar vor Abschluss der Bauarbeiten.

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Hagen, Museum Folkwang, Ausstellungsraum, Gemälde von Emil Nolde und Lasar Segall kombiniert mit Ahnenbildern aus Neuguinea (Aufnahme um 1920). Foto: Foto Marburg, Neg.Nr. 625.684

Expressionismus und Exoten

Der Sammler und Kunstmäzen Karl Ernst Osthaus (1874-1921) hatte für sein 1902 in Hagen gegründetes Museum Folkwang eine vorzügliche Sammlung Klassischer Moderne und außereuropäischer Skulptur zusammengetragen. Indem er in der Sammlungsinszenierung außereuropäische Kunst mit Werken des Expressionismus konfrontierte, wurden sonst nur im völkerkundlichen Kontext gezeigte Artefakte erstmals in den Rang westlicher Hochkunst gehoben.

Seit 1921 befindet sich das Museum Folkwang in Essen. Die aktuelle Ausstellung zur Wiedereröffnung zeigt die Sammlungsschätze in der von Osthaus konzipierten Kombination von Avantgardekunst und Skulpturen des Altertums, des Orients oder tribaler Gesellschaften Afrikas und Asiens.

Die 1910 ebenfalls von Osthaus gegründete „Photographien- und Diapositivzentrale“ beherbergte 20.000 Aufnahmen zur in Hagen begründeten Sammlung sowie zu ausgewählten Kunstwerken vieler Länder und Epochen. Zu den Schwerpunkten dieses didaktischen Teils gehörten wiederum Werke des Expressionismus und Impressionismus, des Kunstgewerbes, des Jugendstils sowie Zeugnisse außereuropäischer Kunst. 1933, vier Jahre bevor Kerne der Essener Sammlung von den Nationalsozialisten konfisziert wurden, ging das bedeutende Fotoarchiv in das Eigentum des Bildarchivs Foto Marburg über.

Das Osthaus-Archiv im Bildarchiv Foto Marburg

Ausstellung ‚Das schönste Museum der Welt’

 

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Stadtarchiv Köln, Best. 7010 (W) 312, fol. 10v: Bildseite mit dem heiligen Pantaleon, Evangeliar aus St. Pantaleon, um 1140. Foto: Bildarchiv Foto Marburg / Michael Jeiter, um 1980 (Neg.-Nr. fmc439791)

Kölner Stadtarchiv – erster Jahrestag des Einsturzes

Das Historische Archiv der Stadt Köln, nördlich der Alpen das größte kommunale Archiv, verfügte bis 2009 über 65.000 Urkunden, 26 Regalkilometer Akten, 104.000 Karten und Pläne, 50.000 Plakate, 818 Nachlässe und Sammlungen sowie über 1.000 mittelalterliche Handschriften. Auf Grund von Unregelmäßigkeiten beim U-Bahn-Bau kam es am 3. März 2009 zum Einsturz des Archivgebäudes. Der kulturelle Verlust steht der Katastrophe von Weimar - im September 2004 brannte die Anna-Amalia-Bibliothek aus - in nichts nach.

Mittlerweile sind 85 Prozent des Archivgutes geborgen, darunter der größte Teil der mittelalterlichen Handschriften. Derzeit weist die Bilanz 35 Prozent schwerste und 50 Prozent schwere bis mittlere Schäden an den Objekten aus.

In Erinnerung an die Archiv-Katastrophe und im Rahmen des bundesweiten Tages der Archive am 6./7. März werden im Berliner Martin-Gropius-Bau rund 100 Leihgaben aus den Beständen des Kölner Stadtarchivs gezeigt, darunter Albertus Magnus „Liber de animalibus“ (13. Jh.) und das abgebildete Evangeliar aus St. Pantaleon. Die Ausstellung informiert zudem über das Ausmaß der Zerstörung und die Restaurierungsarbeiten.

Auch wenn die Originale unersetzlich sind, kommt der Bilddokumentation eine zentrale Bedeutung zu. Fast alle Archivalien der Zeit vor 1815 sind auf über 6.000 Mikrofilmen mit rund zehn Millionen Aufnahmen dokumentiert und im Zentralen Bergungsort der Bundesrepublik Deutschland, einem ausgebauten Bergwerkstollen bei Freiburg i.Br., dauerhaft eingelagert. Spätere Bestände sind dagegen nur lückenhaft verfilmt oder in geringer Anzahl digitalisiert.

Rund 2.750 Fotografien aus dem Rheinischen Bildarchiv Köln und dem Bildarchiv Foto Marburg dokumentieren Sammlungsgut des Kölner Stadtarchivs. Unser Bild zeigt eine Illumination aus einer prachtvollen Handschrift des 12. Jahrhunderts in einer in Marburg aufbewahrten hochauflösenden Farbaufnahme.

Ausstellungs-Hinweis:
Köln in Berlin. Nach dem Einsturz: Das Historische Archiv.
6. März bis 11. April 2010
Berlin, Martin-Gropius-Bau
http://www.berlinerfestspiele.de/de/aktuell/festivals/11_gropiusbau/mgb_start.php

 

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Istanbul, Hagia Sophia (Baubeginn 532, Weihe 537) von Südosten, Aufnahme von Richard Hamann-Mac Lean, 1955

Istanbul - Kulturhauptstadt Europas 2010

Das Votum der internationalen Jury der Europäischen Union für die erste Stadt eines Nicht-Mitgliedstaates unterstreicht die Bedeutung der Stadt am Bosporus als ein Zentrum sowohl der europäischen als auch der orientalischen Kunst und Architektur.

Gegründet vor 2600 Jahren als griechisches Byzantion, stieg die Stadt in spätrömischer Zeit zu einem wichtigen Handelszentrum mit reger Bautätigkeit und schließlich als Konstantinopel zur Hauptstadt des byzantinischen Reichs auf. Vom 10. bis 12. Jahrhundert erlebte die damals einzige Weltstadt Europas neue Blütezeiten. Nach der osmanischen Eroberung 1453 wurde Stambul (seit 1930 Istanbul) zum Schmelztiegel der Kulturen zwischen Orient und Okzident mit reger, bis in die Moderne andauernder Kunstentwicklung.

Das letzte große Bauwerk der Spätantike, die im 6. Jh. unter Justinian I. als Kuppelbasilika errichtete Hagia Sophia, wurde seit 641 als Krönungskirche der byzantinischen Kaiser genutzt. Mit der Eroberung 1453 unter den Osmanen wurde die Kirche zur Hauptmoschee umfunktioniert. Seit 1934 wird der Bau als Museum genutzt.

 

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Karl Wilhelm Diefenbach und Hugo Höppner im Atelier, Aufnahme von Carl Teufel, um 1889

Münchner Künstlerateliers

Eine einzigartige Sammlung von über 370 Fotografien zu Münchner Künstlerateliers gehört seit 1935 zum Bestand des Bildarchivs Foto Marburg. Die Aufnahmen des Fotografen Carl Teufel (1845-1912) aus den Jahren 1889-1900 stellen einen wertvollen Querschnitt durch die Münchner Atelierkultur des Historismus dar. Das hier vorgestellte, ungewöhnlich inszenierte Beispiel zeigt den exzentrischen Maler, Pazifisten und Lebensreformer Karl Wilhelm Diefenbach (1851-1913) zusammen mit seinem Schüler Hugo Höppner (gen. Fidus) in seinem Atelier.

In der Villa Stuck in München ist bis zum 17. Januar 2010 die Ausstellung »Karl Wilhelm Diefenbach - Lieber sterben, als meine Ideale verleugnen!« zu sehen, die das Werk des Künstlers erstmals umfassend darstellt und die kulturrebellischen Vorstellungen des ‚Naturpropheten’ nachzeichnet.

 

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Berliner Stadtschloss, Baubeginn 1443, endgültiges Erscheinungsbild 1699-1706 durch Andreas Schlüter, zerstört 1950/1951, Schrägluftbild, Aufnahme 1920/1940

Wiederaufbau des Berliner Schlosses

Zeitnah zur Bundestagswahl tritt der schon entschieden geglaubte Konflikt um den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses in eine neue Phase. Das Bundeskartellamt erklärte jüngst den Vertrag zwischen dem Bund als Bauherrn und dem Wettbewerbssieger Franco Stella wegen juristischer Mängel bei Wettbewerbsdurchführung und Auftragsvergabe für ungültig. Der für 2010 geplante Baubeginn des „Humboldtforums“ liegt damit erst einmal auf Eis. Seitens der Denkmalpflege wird nun verstärkt die Integration der erhaltenen barocken Fundamente und Keller der westlichen Flügel in den geplanten Neubau gefordert, die der Bauträger bis dato mit finanzieller Begründung ablehnt. Neben den umfassenden baugeschichtlichen Zeugnissen des Hohenzollernschlosses, die eine aktuelle archäologische Untersuchung rund um den Eosanderhof seit mehr als einem Jahr zutage fördert, werden im Untergrund dieses Hofbereichs zusätzlich spätmittelalterliche Siedlungszeugnisse vermutet.

 

Balthasar Jenichen
Balthasar Jenichen († vor 1621), Bildnis des humanistischen Gelehrten Philipp Melanchthon, 1577,
Radierung, 14 x 11.5 cm, Marburg, Universitätsmuseum
Digitaler Porträtindex

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat soeben den Projektantrag „Digitaler Porträtindex druckgraphischer Bildnisse der Frühen Neuzeit“ bewilligt. Das Projekt ist am Bildarchiv Foto Marburg und acht weiteren Partnerinstitutionen angesiedelt. Ziel des Vorhabens ist die Digitalisierung und Erschließung von über 200.000 Porträts aus sieben bedeutenden Sammlungen. Partner im Ausland ist die Österreichische Nationalbibliothek. Sämtliche Daten und Bilder werden im Internet über ein eigenes Portal frei zugänglich gemacht. Durch die Verknüpfung mit der Personennamendatei (PND) der Deutschen Nationalbibliothek wird der „Digitale Porträtindex“ an die Informationsinfrastrukturen der Bibliotheken angebunden.

Beispielhaft für das frühneuzeitliche Porträt steht der hier gezeigte Kupferstich, ein Bildnis des Humanisten Philipp Melanchthon (1497-1560). Neben Martin Luther war Melanchthon als Theologe eine treibende Kraft der kirchenpolitischen Reformation in Deutschland und Europa.

Digitaler Porträtindex

 

Dessau

Walter Gropius: Ehemaliges Staatliches Bauhaus Dessau, Blick in das Treppenhaus im Werkstatttrakt, 1925-26, Aufnahme fmc440924 von 1990. Fotograf: Gert von Bassewitz

Das Bauhaus wird 90

Lichtdurchflutet, materialgerecht und funktional bis ins Detail: Das ist Bauhaus-Architektur, so wie sie hier im Treppenhaus des ehemaligen Staatlichen Bauhauses Dessau zu sehen ist. Der Architekt Walter Gropius schuf das Gebäude 1925/26 für seine Schule für Architektur, Design und Kunst.

Neu an dem Gebäude waren die unterschiedlich gestalteten Baukörper, in denen Bereiche wie Werkstatt oder Lehranstalt funktional getrennt und zugleich in einem Baukomplex vereint wurden. Große Beachtung fand zudem der hier von innen sichtbare Curtain Wall, die gänzlich gläserne Fassade des Werkstatttraktes, die Transparenz und Leichtigkeit vermittelt.

Die Bauhaus-Idee, Architektur und Handwerk wieder zusammenzuführen, wurde jedoch 6 Jahre zuvor in Weimar entwickelt. Vor 90 Jahren gründete Walter Gropius dort das Staatliche Bauhaus Weimar. Die Klassik Stiftung Weimar zeigt zum Jubiläum eine umfassende Ausstellung.

www.das-bauhaus-kommt.de

 

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Collage mit Fotos aus dem Bildarchiv Foto Marburg

Teil eines Kanons?

Wer kennt sie nicht, Dürers ‚Adam und Eva’, die Villa Rotonda oder den Bamberger Reiter? Gehören diese Beispiele zu einer Gruppe besonders bekannter oder für die Kunstgeschichte bedeutender Kunstwerke? Mit solchen Fragen der Ordnung oder Wertung von Kunst beschäftigt sich die Kunstwissenschaft immer wieder. Nicht selten wird dabei von einem kunsthistorischen Kanon gesprochen, der gleichwohl statuiert, hinterfragt wie auch bestritten wird.

Auf dem XXX. Kunsthistorikertag in Marburg vom 25.-29. März 2009 wird erneut über Kanones der Kunstgeschichte diskutiert und reflektiert werden.

Das Deutsche Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte - Bildarchiv Foto Marburg präsentiert sich vor Ort nicht nur mit einem Ausstellungsstand sondern nimmt in Sektionen und Foren aktiv am Diskurs teil.

 

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Elisabeth bekleidet die Nackten, Marburg, Elisabethkirche, Elisabethfenster. Köln (?), um 1245/50, Aufnahme fmc426930 von 1998.

Elisabeth bekleidet die Nackten

Das Glasfenster mit der Darstellung ‚Elisabeth bekleidet die Nackten’ gehört zu dem um 1245/50 entstandenen Elisabethfenster im Chor der Marburger Elisabethkirche. Die 12 Medaillons zeigen Szenen aus dem Leben der Heiligen Elisabeth und ihr Wirken für Arme und Kranke, dargestellt in den christlichen Werken der Barmherzigkeit.
In dieser leuchtend farbigen und lebendig gestalteten Szene streift Elisabeth gerade einem spärlich bekleideten Mann einen Ärmelrock über, während eine barfüßige Frau mit ihrem Sohn im Tragrock und ein Mann mit verkrüppelten Beinen auf Handkrücken bittend die Hände zu der Heiligen erheben.

Reich bebildert und auf neuestem Forschungsstand wird u.a. dieses Fenster besprochen im 3. Band der Reihe Corpus Vitrearum Medii Aevi Deutschland: Parello, Daniel: Die mittelalterlichen Glasmalereien in Marburg und Nordhessen, Berlin 2008.

 

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Andrea Palladio: Villa Pisani in Bagnolo di Lonigo (Vicenza), Gartenfassade, erbaut ab 1542, Aufnahme: Gert von Bassewitz, 1990

Zum 500. Geburtstag Palladios

Die Villa Pisani bei Vicenza ist eine von zahlreichen Villen im Veneto, die Andrea Palladio, einer der bedeutendsten Architekten der Renaissance in Oberitalien, schuf. Am 8. November 2008 wird sein 500. Geburtstag gefeiert.

Mit der 1542 begonnenen Villa errichtete Palladio erstmals einen ländlichen Wohnsitz, der sowohl den landwirtschaftlichen Bedürfnissen wie auch den gehobenen Wohnansprüchen seiner einflussreichen Auftraggeber gerecht wurde. Dabei orientierte er sich, wie bei vielen seiner Bauwerke, an antiken Vorbildern.

Das Foto zeigt die sehr schlicht gestaltete Rückansicht der Villa, von der eine breite Treppe auf das weitläufige Landgut führt. Diese ‘stimmungsvolle’ Aufnahme stammt von dem Fotografen Gert von Bassewitz, der 2007 dem Bildarchiv Foto Marburg rund 4500 Farbaufnahmen zur Architektur in Europa überlassen hat.

 

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Porträt von Reinhart Koselleck. Stadtarchiv Bielefeld, Fotograf: Jobst Lohöfener

Nachlass des Historikers Reinhart Koselleck

Das Deutsche Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte - Bildarchiv Foto Marburg hat zusammen mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach den Nachlass des Bielefelder Historikers Reinhart Koselleck (1923-2006) erhalten. Beide Häuser werden Nachlass und Sammlung erschließen, der Forschung zugänglich machen und eigene Forschungen unternehmen. Die umfangreiche Bild- und Materialsammlung zur politischen Ikonographie Kosellecks, die jetzt das Bildarchiv Foto Marburg betreut, enthält Bildmaterial etwa von Kriegerdenkmälern, Mahnmalen, Reiterstandbildern und generell von Objekten zur Geschichte des gewaltsamen Todes sowie zu den Themenkreisen Macht und Herrschaft.

 

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Lübeck, Sankt Marien, Rathaus und bombenzerstörte Altstadt. Fotograf unbekannt, Aufnahme nach dem 29.03.1942.

Luftbildarchiv deutscher Innenstädte

Die zunehmenden Luftangriffe der Alliierten im Zweiten Weltkrieg auf deutsche Innenstädte bewogen 1942 den von Albert Speer geleiteten "Arbeitsstab für Wiederaufbauplanung bombenzerstörter Städte", die entstandenen Schäden zu dokumentieren. Aus dem Nachlass seines damaligen Mitarbeiters, dem Städteplaner Hans Stephan (1902-1973), besitzt das Bildarchiv Foto Marburg seit den 1980er Jahren eine Sammlung von rund 3.200 Negativen dieser wichtigen Schrägluftaufnahmen. Die beeindruckenden, zwischen 1942 und 1944 entstandenen Aufnahmen zeigen bedeutende Innenstädte vor ihrer Vernichtung oder bereits mit ersten größeren Zerstörungen der historischen Bausubstanz.
Das Foto zeigt die historische Altstadt von Lübeck nach dem verheerenden Bombardement im März 1942. Große Teile der Wohnbebauung vor Sankt Marien sind zerstört.

 

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Frankfurt/M., Liebieghaus, Athena des Myron, römische Wiederholung einer Bronzegruppe von um 450 v. Chr., Inv. Nr. 195, Marmor, 173,5 cm, Aufnahme: Foto Marburg, um 1937

Athena des Myron

Die steinerne „Frankfurter Athena“ ist Teil der am besten erhaltenen römischen Wiederholung einer verlorenen Athena-Marsyas-Gruppe um 450 v. Chr., die ursprünglich aus Bronze war und auf der Akropolis in Athen stand. Der griechische Bildhauer Myron verband hier mehrere Elemente des Marsyas-Mythos. Die besondere künstlerische Güte der Darstellung liegt in der innovativ interpretierten Bewegung der Figuren im Raum.
Das Liebieghaus hat zur Wiedereröffnung seiner neu inszenierten Antikensammlung die legendäre myronische Gruppe zusammengeführt – die Athena steht mit der ebenfalls römischen Skulptur des Marsyas zusammen, die als Leihgabe aus den Vatikanischen Museen nach Frankfurt kam. Die Sonderausstellung „Launen des Olymp. Der Mythos von Athena, Marsyas und Apoll“ ist noch bis zum 21.09.2008 zu sehen.

 

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Reims, Kathedrale, Chor von Osten, Aufnahme: Richard Hamann-MacLean, 1960/1963

Zum 100. Geburtstag von Richard Hamann-MacLean (1908-2000)

Am 19. April 2008 wäre Richard Hamann-MacLean 100 Jahre alt geworden. Der Sohn Richard Hamanns, des Gründers von Foto Marburg, war als Hochschullehrer für Kunstgeschichte zunächst in Marburg, ab 1967 in Mainz tätig. Seit 1925 hat er für Foto Marburg fotografiert, oft gemeinsam mit seinem Vater – so etwa in Frankreich im Auftrag des der deutschen Militärverwaltung zugehörigen Kunstschutzes 1940/1944. Ein Kernbestand seines 15.000 Aufnahmen umfassenden Nachlasses im Bildarchiv Foto Marburg sind die 750 Glasnegative, die der Kunsthistoriker und Fotograf für seine mehrbändige Monographie „Die Kathedrale von Reims“ angefertigt hat. Zum Jubiläumsjahr erscheint der aus dem Nachlass herausgegebene Textband zur Skulptur der Kathedrale von Reims (Teil II, 4).
Die Anfang der 1960er Jahre erstellte Aufnahme der Kathedrale von Osten zeigt die Marburger Dokumentarfotografie in einer Ästhetik, wie sie Richard Hamann und sein Sohn über Jahrzehnte nicht nur in der Praxis gepflegt, sondern auch in ihren Schriften eigens reflektiert haben.

 

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Berlin, Am Zirkus 1, Großes Schauspielhaus (zerstört), Lichtsäulen im Foyer, Aufnahme um 1920, Foto: Karl Ernst Osthaus

Großes Schauspielhaus Berlin

Für den Theaterregisseur Max Reinhardt gestaltete Hans Poelzig 1918-1919 eine Markthalle zum „Theater der Fünftausend“ um. Die magische Gestaltung des Innenraums mit indirekt beleuchteter Stalaktitenkuppel und Elemente wie die palmenartigen Lichtsäulen des Foyers machten das Schauspielhaus zum expressionistischen Meisterstück. Schwere Fundamentschäden führten 1985 zum Abbruch des Gebäudes.
Mit der Ausstellung „Hans Poelzig (1869-1936): Architekt – Lehrer – Künstler“ würdigt das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt/M. neben dem architektonischen Werk vor allem Poelzigs malerisches Oeuvre und seine Szenografien für Film und Kino. Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 18. Mai 2008.

 

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Marburg, Universitätsmuseum für Bildende Kunst, Spitzweg, Carl, „Der Briefbote im Rosenthal“, Inv.-Nr. 1170, um 1858, Öl auf Leinwand, 73,5 × 46,5 cm, Neg.-Nr. C 222.553

Der Briefbote im Rosenthal

Carl Spitzweg, ein bedeutender Maler des deutschen Biedermeier, wurde am 5.2.1808 in München geboren. Erst nach einer pharmazeutischen Ausbildung begann er autodidaktisch seine künstlerische Entwicklung als Maler und Zeichner.
Anlässlich seines 200. Geburtstags zeigen wir eines der bekanntesten Werke Spitzwegs, das sich seit 1954 im Marburger Universitätsmuseum befindet. Das um 1858 entstandene Gemälde stellt eine beschauliche Kleinstadtszene dar. Die Ankunft des Briefboten in einer engen, nach allen Seiten begrenzten Altstadtgasse weckt die Neugier und sehnsüchtigen Hoffnungen der weiblichen Anwesenden. Spitzwegs Vorliebe für schluchtartige, bühnenhaft aufgebaute Bildräume blieb bis in die Spätphase seines Schaffens bestehen.

 

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Hildesheim, Dom, Blick vom Chor mit Hezilo-Leuchter, Aufnahme 2007

Hezilo-Leuchter in Hildesheim

Der 1276 zuerst urkundlich erwähnte Hezilo-Leuchter im Hildesheimer Mariendom ist mit seinem Durchmesser von über 6 m der größte der vier im deutschsprachigen Raum erhaltenen mittelalterlichen Radleuchter. Als sein Stifter gilt Bischof Hezilo (1054–1079). Der zum Weltkulturerbe gehörende vergoldete Leuchter symbolisiert die aus der Offenbarung des Johannes entlehnte Vorstellung des himmlischen Jerusalems. Entsprechend stellt sein Reifen eine Stadtmauer dar. An den Türmen, die ursprünglich wohl Figuren enthielten, sind die Namen von Propheten und Tugenden verzeichnet, an den Stadttoren die Namen der zwölf Apostel. Nach umfangreichen Restaurierungsmaßnahmen wurde der Hezilo-Leuchter im Oktober 2007 durch das Bildarchiv Foto Marburg fotografisch dokumentiert.

 

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Marburg, Elisabethkirche, Elisabethschrein, 1235-1250, Elisabethseite, Figur der Hl. Elisabeth

Schrein der Elisabeth von Thüringen

Im Jahr 2007 jährt sich der Geburtstag von Elisabeth von Thüringen zum 800. Mal. In Vorbereitung dieses Jubiläums hat das Bildarchiv Foto Marburg jüngst eine umfangreiche Fotodokumentation des Schreins in der Elisabethkirche Marburg vorgenommen.
Der 1235-1250 geschaffene Reliquienschrein aus vergoldetem Kupferblech über einem Eichenholzkern ist mit einer Vielzahl an Gemmen und Edelsteinen geschmückt. Neben den Figuren der Elisabeth und Maria mit dem Kind an den Schmalseiten, den zwölf Aposteln mit dem thronenden Christus, zeigen acht Dachreliefs Szenen aus dem Leben der Heiligen. In Zusammenarbeit mit dem Bildarchiv Foto Marburg ist eine Multimedia-CD-ROM zum Leben der Heiligen entstanden.

 

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Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, Konradin von Schwaben und Friedrich von Österreich vernehmen beim Schachspiel ihr Todesurteil, 1784, Öl auf Lw., Gotha, Stiftung Schloss Friedenstein

Das Ende der Stauferherrschaft in Italien 1268

1784 vollendete Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (1751-1829) in Rom das großformatige Historienbild als Geschenk für den Herzog von Gotha. Dargestellt sind Konradin von Schwaben und Friedrich von Österreich nach verlorener Schlacht bei Tagliacozzo im Gefängnis von Neapel, als sie ihr Todesurteil erhalten.
Das Leipziger Museum der Bildenden Künste zeigt in Zusammenarbeit mit den Staatlichen Museen Kassel vom 18.3. bis 5.6.2006 die Ausstellung „3 x Tischbein und die europäische Malerei um 1800“. Im Kontext bedeutender Zeitgenossen werden Werke der drei wichtigsten Maler der Familie Tischbein präsentiert.

 

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Berlin, Erbauung des Reichstagsgebäude von Wallot, Steinmetzarbeit an einem Turmsäulenkapitell für einen der hinteren Ecktürme, Aufnahme 1890

Reichstag in Berlin

Am 9.6.1884 erfolgte in Berlin die Grundsteinlegung für das Reichstagsgebäude nach Plänen von Paul Walllot (1841-1912). Die Ausführungsentwürfe der repräsentativen Vierflügelanlage wurden unter dem Druck der Akademie des Bauwesens und Kaiser Wilhelms II. (seit 1888) mehrfach verändert, so dass der vollendete Bau 1894 wesentliche Abweichungen vom ursprünglichen Projekt zeigte. Für das Deutsche Reich bedeutete der Parlamentsneubau Wallots in Formen der internationalen Neurenaissance den Beginn einer Entwicklung hin zu einer eigenständigen nationalen Reichsarchitektur und zugleich die Überwindung des preußischen Klassizismus.

 

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Chartres, Kathedrale Notre-Dame-de-Chartres, Hans-Adalbert von Stockhausen (links) und ein Mitarbeiter beim Fotografieren des mittleren Portals der Nordvorhalle, Aufnahme 1940/41

„Kunstschutz“-Kampagne im Nationalsozialismus

Der jüngst dem Bildarchiv Foto Marburg übergebene Nachlass des Marburger Kunsthistorikers Hans-Adalbert von Stockhausen (1909-1942) enthält eine Anzahl qualitativ hervorragender Aufnahmen der Jahre 1940/41, die im Rahmen des „Kunstschutzes“ durchgeführte Fotokampagnen im besetzten Frankreich dokumentieren.
Das Bildmaterial zeigt das von Stockhausen geleitete Fotografenteam bei der Arbeit und vermittelt Eindrücke der mitunter improvisierten technisch-organisatorischen Vorbereitungen, die beim Fotografieren schwer zugänglicher oder unhandlicher Objekte nötig waren.

 

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Regensburg, Altstadt mit Donau, Steinerner Brücke, Brücktor und Dom

Welterbestadt Regensburg

Die in ihrer Bestandsdichte an urbaner romanischer und gotischer Architektur für Deutschland einzigartige Altstadt Regensburgs wurde 2006 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Neben besonders bekannten Baudenkmälern wie dem Alten Rathaus, der Steinernen Brücke oder dem Dom St. Peter gehören zu den Sehenswürdigkeiten zahlreiche mittelalterliche Patrizierburgen, repräsentative Bürgerhäuser mit Geschlechtertürmen und mit dem um 1250 datierten Wohnhaus Johannes Keplers das älteste komplett erhaltene deutsche Holzhaus.
Vom 14.-18. März 2007 findet in Regensburg der 29. Deutsche Kunsthistorikertag statt. Das Bildarchiv Foto Marburg ist mit einem Ausstellungsstand vertreten.

 

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Stuttgart, Weißenhofsiedlung, Bruckmannweg 8, Einfamilienhaus von Bruno Taut (zerstört), Aufnahme um 1930

Weißenhofsiedlung Stuttgart

Als ein Höhepunkt der Werkbund-Bewegung gilt die 1927 für die Ausstellung "Die Wohnung" am Stuttgarter Killesberg errichtete Weißenhofsiedlung. Unter der künstlerischen Leitung von Ludwig Mies van der Rohe entwickelten 17 Architekten aus Deutschland, Holland, Österreich und der Schweiz ein beispielhaftes Konzept urbaner Wohnkultur im Sinne des "Neuen Bauens". Von den ursprünglich 21 Musterhäusern unterschiedlicher Größe (mit insgesamt 63 Wohnungen) sind heute nur elf Gebäude erhalten.
Vom 19.04.-26.08.2007 zeigt das Architekturmuseum der TU München in der Pinakothek der Moderne die Ausstellung "100 Jahre Deutscher Werkbund".

 

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Berlin, Museumsinsel, Bodemuseum, Abteilung Mittelalterliche Kunst während des Aufbaus, Aufnahme um 1904

Bode-Museum in Berlin

Für das 1897-1904 von Ernst von Ihne auf der Museumsinsel erbaute Kaiser-Friedrich-Museum (heute Bode-Museum) entwickelte der Direktor Wilhelm von Bode (1845-1929) ein neues Ausstellungskonzept, das ähnlich den großbürgerlichen Privatsammlungen im 19. Jahrhundert die Objekte nicht nach Gattungen trennte, sondern Skulpturen und Gemälde einer Epoche gemeinsam präsentierte. Nach 1945 empfand man dieses Prinzip der „period rooms“ in der Bundesrepublik lange Zeit als antiquiert.
Mit der Wiedereröffnung des restaurierten Gebäudes am 18. Oktober 2006 kehrt nun die alte gattungsübergreifende Präsentation der Objekte, wenn auch in kleinerem Maßstab, in das Bode-Museum zurück.

 

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Lorsch, Benediktinerabtei, Tor- oder Königshalle, Westseite vor Öffnung der Durchgangshalle, Aufnahme vor 1933/1934

Königshalle in Lorsch

Die wohl aus dem 9. Jahrhundert stammende Tor- oder Königshalle des ehemaligen Benediktinerklosters Lorsch ist eines der bedeutendsten Beispiele vorromanischer Baukunst in Deutschland. Während die offene Erdgeschosshalle mit Bogenöffnungen zwischen Halbsäulen mit Kompositkapitellen in der Art antiker Triumphtore gestaltet ist, gilt die Fassade des Obergeschosses mit kanellierten Rechteckvorlagen unter ionischen Kapitellen als karolingische Adaption antiker Vorbilder. Nach Abschluss der vor mehr als 20 Jahren begonnenen Restaurierungsarbeiten ist das seit 1991 in der Welterbeliste der UNESCO geführte Bauwerk nun wieder für Besucher geöffnet.

 

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Brüssel, Avenue de Tervuren, Palais Stoclet, erbaut 1906-1911, großes Speisezimmer, Aufnahme 1917

Palais Stoclet in Brüssel

Vor 100 Jahren wurde mit dem Bau des von Josef Hoffmann (1870-1956) konzipierten Palais Stoclet begonnen. Das 1911 für den Bankier Adolphe Stoclet fertigestellte Stadtpalais gilt als das Meisterwerk der Wiener Werkstätte, deren künstlerisch-gesellschaftliches Ideal dort deutlichen Ausdruck fand. Der große Speiseraum im Erdgeschoss enthält mit seinem Mosaikfries von Gustav Klimt eine der bedeutendsten Leistungen der Wanddekoration des Jugendstils.
Noch bis zum 28.5.2006 zeigt das Palais des Beaux-Arts in Brüssel in Zusammenarbeit mit dem Museum für angewandte Kunst Wien die Ausstellung „Le désir de la beauté“. Le Wiener Werkstätte et le Palais Stoclet.

 

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Rom, Vatikanstadt, Fabbrica di San Pietro, Modell eines Entwurfs von Antonio da Sangallo d. J., 1539-1546, Tannen,- Linden,- Ulmen- und Pappelholz

Entwurf zum Neubau von St. Peter

Am 18. April 1506 wurde der Grundstein zum Neubau von St. Peter in Rom gelegt. Einer der vielen beteiligten Architekten des erst nach mehr als einem Jahrhundert vollendeten Monumentalbaus war Antonio da Sangallo d. J. (1483-1546). Zwischen 1539-1546 entwickelte Sangallo aus den Grundgedanken seines Vorgängers Donato Bramante die Idee eines Zentralbaus mit Umgängen, den er als Holzmodell ausführen ließ. Mit seiner Länge von 7,36 m und einer Kuppelhöhe von 4,68 m ist es das größte bekannte Holzmodell der Renaissance. Auf den Bau selbst nahm dieser Entwurf jedoch keinen Einfluß.

 

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Frankfurt am Main, Zur Goldenen Waage, Aufnahme 1925/1939

Goldene Waage, Frankfurt am Main

Eines der prächtigsten Bürgerhäuser der Altstadt war bis zum Zweiten Weltkrieg die 1618/19 für einen Wallonen errichtete „Goldene Waage“ mit Erdgeschossarkaden, Treppenturm und Dachterrasse. Der reich verzierte Fachwerkbau ist Sinnbild einer Zeit wirtschaftlichen Aufschwungs und reger Bautätigkeit in Frankfurt, die entscheidend durch die Masseneinwanderung protestantischer Niederländer beeinflusst war.
Das Institut für Stadtgeschichte in Frankfurt zeigt vom 21.02.-18.04.2006 im Karmeliterkloster die Ausstellung „Zwischen Dom und Römerberg - Die Frankfurter Altstadt gestern, heute, morgen“.

 

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Salzburg, Mozarts Geburtshaus, Aufnahme um 1920

Mozart-Geburtshaus

In diesem Haus in der Getreidegasse 9 in Salzburg wurde Wolfgang Amadeus Mozart am 27.1.1756 geboren. Die Familie Mozart bewohnte in den Jahren 1747 bis 1773 das dritte Obergeschoss des im Kernbau aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts stammenden, 1751 um ein Stockwerk erhöhten Gebäudes. Die heutige Fassade stammt aus der Zeit um 1800. Bereits am 15. Juni 1880 richtete die Internationale Mozartstiftung hier ein Museum ein.
Der 250. Geburtstag des großen Komponisten wird im Jahr 2006 auf der ganzen Welt gefeiert. Zentren der Festakte, Konzerte und Aufführungen sind Wien und Salzburg.

 

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Graffunder/Swora, Palast der Republik, Berlin, Schlossplatz, 1974-76; Blick in den Großen Saal" (Manfred Prasser). Aufnahme: Paul Haag/Foto Marburg, 1995.

Palast der Republik, Berlin, 1974-76

Der Palast der Republik wurde 1974-1976 von den Architekten Heinz Graffunder und Karl Ernst Swora als "Volkshaus" auf dem Gelände des im 2. Weltkrieg teilzerstörten und 1950 gesprengten Berliner Stadtschlosses erbaut. Er war zugleich Sitz der Volkskammer der DDR und vielgenutztes Kulturhaus mit großzügigen Foyers, Sälen, Restaurants, Cafés, Kegelbahnen sowie einem Theater. Der von Manfred Prasser gestaltete "Große Saal" mit hexagonalem Grundriß war variabel nutzbar und verfügte u.a. über Hubtürme, Schwenkparketts, Roll- und Senkwände sowie Beleuchtungsbrücken.
Der Deutsche Bundestag besiegelte am 19. Januar 2006 den Abriss des Palastes der Republik am Berliner Schlossplatz.

 

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Paul Cézanne 1906 in Aix-en-Provence

Gertrud Osthaus, Paul Cézanne in Aix-en-Provence, 1906

21. Juli 2005 - Rainer Stamm, Direktor der Kunstsammlungen Böttcherstraße in Bremen, fand am Bildarchiv Foto Marburg ein bisher unbekanntes Foto Paul Cézannes. Die Sammlerin Gertrud Osthaus schoss das Foto am 13. April 1906 in Aix-en-Provence. Es ist wahrscheinlich das letzte Foto des Malers.
Das deutsche Sammlerehepaar Gertrud und Karl Ernst Osthaus besuchte den damals schon berühmten Maler in der Hoffnung, ein Bild für sein Museum erwerben zu können. Karl Ernst Osthaus (1874-1921) war Kunsthistoriker, Sammler und Direktor des Folkwang-Museums in Hagen (heute Karl-Ernst-Osthaus-Museum).

 

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Die Grundsteinlegung durch Kaiser Wilhelm II.

Limes, Kastell Saalburg, Feier zur Grundsteinlegung, 11. Oktober 1900

Die am Bildarchiv Foto Marburg erhaltene Aufnahme zeigt die Feier zur Grundsteinlegung des Limeskastells Saalburg bei Bad Homburg durch Kaiser Wilhelm II. am 11. Oktober 1900 – eine aufwendig historisierende, politische Inszenierung. Bereits 1897 hatte der Kaiser beschlossen, das Kastell Saalburg wiederaufbauen zu lassen und ein "Reichs-Limes-Museum" einzurichten. Die Saalburg ist nun europaweit das einzige in wesentlichen Teilen rekonstruierte Limeskastell und zudem eines der ältesten archäologischen Freilichtmuseen.

 

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Dresden, Zwinger, Mathematisch-Physikalischer Salon, Louis Silvestre: Deckenbild Psyche und Amor, Detail 1717-1723, Zerstörung 1945

Farbdokumentation gefährdeter Kunstschätze 1943-1945

Zwischen 1943 und 1945 wurden im Auftrag des nationalsozialistischen Regimes angesichts der Kriegsgefährdung hochrangige Bauwerke im Deutschen Reich und den besetzten Gebieten mit großem Aufwand fotografiert. Das Bildarchiv Foto Marburg beherbergt mehr als 18.000 dieser frühen Agfa-Color-Kleinbilddias.
Insgesamt 40.000 Aufnahmen der Kampagne befinden sich im Zentralinstitut für Kunstgeschichte (ZI). Rund 650 Aufnahmen liegen am Marburger Herder-Institut. Alle diese Aufnahmen dokumentieren wandfeste Ausstattungen von zusammen rund 480 Bauten, oft kurz vor ihrer Zerstörung.

Zuletzt aktualisiert: 13.03.2012 · Heekyung Reimann

 
 
 
Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte - Bildarchiv Foto Marburg

Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte - Bildarchiv Foto Marburg,
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