| |
|
Galerie der besonderen Bilder

Villa Tugendhat (1928-1930), Ludwig Mies van der
Rohe, Essbereich. Aufnahme: Foto Marburg, Dr. Franz Stoedtner-Archiv,
Neg.-Nr. 1.183.884, 1930/1931
|
Eine Ikone der modernen Architektur wieder
zugänglich
Seit März 2012 ist die Villa Tugendhat in Brünn, ein Hauptwerk der
modernen Architektur, wieder für das Publikum geöffnet.
Ludwig Mies van der Rohe (1886-1969) hatte das Gebäude 1928 als
repräsentatives Wohnhaus für das jüdische Unternehmer-Ehepaar Fritz und
Grete Tugendhat entworfen. Nur wenige Jahre später musste die Familie
wegen der nationalsozialistischen Verfolgungen emigrieren. Die Villa
wurde geplündert und war jahrzehntelang dem Verfall ausgesetzt. Bereits
2001 in die Liste des Unesco-Weltkulturerbes aufgenommen, wurde ab 2010
eine aufwändige und sorgfältige Restaurierung durchgeführt.
Dem heutigen Besucher eröffnet sich nun erneut die bestechende
Eleganz und Schlichtheit der großzügigen, durch den behutsamen Einsatz
wertvoller Baumaterialien geprägten Räume. Auf der zeitgenössischen
Aufnahme aus dem Franz-Stoedtner-Archiv erscheint die elegant
geschwungene Trennwand aus Makassar-Ebenholz, die den Essbereich vom
übrigen Wohnraum separiert, noch im ursprünglichen Zustand. Das
kostbare Furnier war lange verschollen und wurde erst 2011 durch
glücklichen Zufall in einer Mensa der Brünner Universität
wiederentdeckt.
Zum Bestand
|

Nicolaus Gerhaert, Selbstbildnis (?), 1467,
Sandstein, Höhe 41 cm, Strasbourg, Musée de l’Œuvre Notre-Dame. Foto:
Helga Schmidt-Glassner (Neg.Nr. 1.556.729), Aufnahme 1950/1960
|
Niclaus Gerhaert. Der Bildhauer des Mittelalters
Unter diesem Ausstellungstitel präsentiert das Frankfurter
Liebieghaus bis 4. März 2012 über siebzig Skulpturen aus
internationalen Sammlungen, darunter nach neuestem Forschungsstand für
Gerhaert gesicherte und ihm zugeschriebene Skulpturen sowie Arbeiten
aus seinem Umkreis und seiner Nachfolge.
Der Niederländer Nic(o)laus Gerhaert von Leyden, vermutlich um 1430
in Leiden geboren, ab 1462 in Straßburg tätig und 1473 in Wiener
Neustadt verstorben, ist zweifellos einer der bedeutendsten
spätmittelalterlichen Künstler. Seine Werke in Holz und Stein
überzeugen durch handwerkliche Virtuosität, große Lebensnähe, räumliche
Wirkung und vermitteln noch heute ihre innovative Qualität. Berühmte
Bildhauer wie Tilman Riemenschneider, Veit Stoß, Michel Erhart oder
Michael Pacher sind ohne ihn nicht denkbar.
Ein zentrales Werk im Oeuvre ist die steinerne Porträtbüste aus dem
Straßburger Münster mit dem vermeintlichen Selbstbildnis des Künstlers.
Das eindrucksvolle Motiv des Kopfaufstützens wird seit der Antike als
Geste der gedanklichen Vertiefung und der Melancholie gedeutet.
Ausstellung
|
Grabplatte des Herzogs Widukind, Kupferstich aus:
Samuel Reyher, Monumenta Landgraviorum Thuringiae..., Gotha 1692
Copyright: Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt, Halle,
Digitale Sammlungen, URN: urn:nbn:de:gbv:3:1-25218-p0110-1
|
Rezeptionen mittelalterlicher Kunst vor 1700
Mittelalterliche Kunstwerke wurden in Deutschland während des 16.
und 17. Jahrhunderts erneuert, ergänzt, umgesetzt, verkauft und neu
inszeniert, aber auch in Bild und Beschreibung dokumentiert. Diese
unterschiedlich motivierte repräsentative Inanspruchnahme und
inhaltliche Umdeutung begünstigte den Erhalt der Objekte, wurde jedoch
von der Forschung bisher kaum beachtet.
Am Deutschen Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte wird derzeit
unter Leitung von PD Dr. Arwed Arnulf ein DFG-gefördertes
Forschungsprojekt durchgeführt, das Varianten und Intentionen des
frühneuzeitlichen Umgangs mit mittelalterlicher Architektur und Kunst
behandelt. Vom 19.-20.1 stellt eine Tagung das Forschungsprojekt sowie
die entstehende Forschungsdatenbank vor und diskutiert unter
Heranziehung auswärtiger Wissenschaftler Fragen, Probleme und verwandte
Themen.
Rezeptionen mittelalterlicher Kunst vor 1700
Inszenierung, funktionale Umdeutung und antiquarische Interpretation
mittelalterlicher Architektur und Kunst.
Tagung 19.-20.01.2012
Grabplatte des Herzogs Widukind im Bildindex
|
Frankfurt am Main, Museum für Moderne Kunst, Treppenhaus, Hans Hollein,
1987-1991. Foto: Foto Marburg, Waltraud Krase, Aufnahme 1991, Neg.-Nr. C454.097
|
Architektur - Fotografie
Die spannungsvolle Beziehung zwischen Architektur und Fotografie ist
Gegenstand einer internationalen Tagung, die vom 10.11.-12.11.2011 vom
Deutschen Dokumentationszentrum - Bildarchiv Foto Marburg veranstaltet
wird. Gefragt wird nach den Wechselwirkungen zwischen dem ältesten der
neuen Bildmedien und der monumentalsten aller künstlerischen
Gestaltungsformen.
Zur Debatte steht zunächst das fotografische Bild der modernen und
zeitgenössischen Architektur, einschließlich seiner Modifikationen
unter den Bedingungen der digitalen Medienwelt. Von verschiedenen
Standpunkten aus soll Architektur-Fotografie im Kontext der
Historiographie erörtert und deren Rolle im architektonischen
Entwurfsprozess sowie in der Präsentation, Vermittlung und Vermarktung
von Architektur analysiert werden.
Inwiefern die fotografische Perspektive auf Architektur als
künstlerische Interpretation und zugleich als Dokumentation zu
betrachten ist, wird anhand der Präsentationen bekannter Fotografinnen
und Fotografen angesprochen.
Tagungsflyer
|
Jean Pascal Sébah: Kairo, Grabkomplex des Amir Khayrbak, Albuminabzug, um 1880 (Sammlung Frühe Fotopositive, Bildarchiv Foto Marburg)
|
Frühe Fotopositive im Bildarchiv Foto Marburg
Im Zeitalter der digitalen Medien schärft sich der wissenschaftliche
Blick für die historische Dimension der analogen Fotografie. Negativ
und Abzug erscheinen in neuem Licht und werden verstärkt zum Gegenstand
kunst-, medien- und wissenschaftsgeschichtlicher Forschung.
Auch im Bildarchiv Foto Marburg hat man in jüngster Zeit die eigenen
Bestände unter diesem Aspekt verstärkt in den Blick genommen. Neu in
den Fokus geriet dabei die seit 1889 aufgebaute Sammlung von
Fotopositiven, der über Jahrzehnte für Lehre und Forschung genutzte,
systematisch geordnete "Kunsthistorische Apparat". Diese Sammlung
enthält neben zahlreichen, meist sehr gut erhaltenen Abzügen der
einschlägig bekannten Fotoagenturen auch besonders seltene und
wertvolle Exemplare aus der Frühzeit der kunsthistorischen Dokumentar-
und Reisefotografie.
Seit Mitte September zeigt die virtuelle Ausstellung "Salz, Silber und
Papier - frühe Fotopositive des Bildarchivs Foto Marburg" eine
Auswahl dieses Bestandes. Die im Rahmen eines Projektseminars an der
Philipps-Universität Marburg vorbereitete und als ausbaufähiges Projekt
konzipierte Präsentation soll das Material einer größeren
Öffentlichkeit vorstellen und weiterer Forschung den Weg ebnen.
|
Alfeld an der Leine, Fagus-Werk, Walter Gropius, 1911-1915. Foto: Bildarchiv Foto Marburg, Franz Stoedtner, 1915/1940, Neg.Nr. 1.129.008
|
Das Fagus-Werk - Wegbereiter der modernen
Architektur
Im Jahr 1911 beauftragte der freigeistige Unternehmer Carl
Benscheidt den damals noch unbekannten Architekten Walter Gropius mit
dem Bau einer Schuhleistenfabrik in Alfeld an der Leine. Mit seiner
neuen schlichten Sachlichkeit und der lichten Ästhetik entwickelte das
in zwei Bauphasen errichtete Fagus-Werk eine bahnbrechende Wirkung für
die moderne Industriearchitektur.
Der spätere Bauhaus-Gründer Gropius entwarf eine funktional
gegliederte Gebäudegruppe aus klaren Baukuben. Die Außenwände des
Hauptbaus werden nahezu vollständig in Fensterflächen aufgelöst, die
vorhangartig Geschosse und Gebäudeecken überdecken und dem
Fabrikgebäude eine bis dahin unbekannte Leichtigkeit verleihen. Mit der
Trennung von verdecktem, baulichem Gerüst und vorgehängter,
transparenter Fläche nimmt Gropius die Formensprache der curtain-wall
voraus, die erst über ein Jahrzehnt später zum entscheidenden Merkmal
des ‚Neuen Bauen‘ werden sollte. Rund 100 Jahre nach Baubeginn erklärt
die UNESCO am 25.7.2011 die Fabrik, die nach wie vor im Betrieb ist,
zum Weltkulturerbe.
Bereits 1981, wenige Jahre vor der ersten umfangreichen
Restaurierung von 1984, dokumentierte das Bildarchiv Foto Marburg die
seit 1946 unter Denkmalschutz stehende Anlage.
Zum Bestand
|
Rheinfelden (Baden), Altes Wasserkraftwerk,
Maschinenhaus vom Schweizer Rheinufer aus, Conradin Zschokke und Otto
Intze, 1895-1899, Foto: Foto Marburg, Thomas Scheidt 2010, Neg. Nr.
fmd454552
|
Einmaliges Industriedenkmal abgerissen
Das Alte Wasserkraftwerk Rheinfelden (Baden) wurde 1898 in Betrieb
genommen und war das älteste und größte Flusskraftwerk in Europa. Nach
Plänen des Schweizer Bauingenieurs Conradin Zschokke errichtet,
versorgte es über ein Jahrhundert lang deutsche und Schweizer Gemeinden
mit (10 MW) Strom aus 20 Turbinen und wurde Keimzelle des heutigen
europäischen Stromverbundnetzes. Das 150m lange Maschinenhaus mit
historisierenden Fassaden und einmaliger maschineller Ausstattung sowie
die Stahlfachwerkbrücke über den Rhein (210m) galt als technisch und
architektonisch herausragendes Industriedenkmal. Gegen alle
Widerstände, vor allem von Denkmalpflegern und Historikern, fand der
Abriss nach Inbetriebnahme des Neubaus (EnBW) ab Herbst 2010 statt.
Das Bildarchiv Foto Marburg hat die Außenanlage des Gebäudekomplexes
vor dem Abriss im Juni 2010 dokumentiert.
Zum Bestand
Link zur Wikipedia
|
Dom-Museum Hildesheim, Kopfreliquiar des heiligen
Oswald aus dem Domschatz, Hildesheim um 1185-1189, Silber,
teilvergoldet, Niello, Filigran, Email, Stein- und Perlbesatz,
Eichenholzkern, Höhe 45,5 cm. Inv. Nr. DS 23.
Foto:Foto Marburg/Dom-Museum Hildesheim Neg.Nr. dmhds23_05
|
Ausstellung „Schätze des Glaubens“
Bode-Museum zeigt Meisterwerke mittelalterlicher Kirchenkunst aus
Hildesheim und Berlin
Erstmals werden die bekanntesten Zeugnisse spätantiker bis
spätgotischer Kirchenkunst aus dem Dom-Museum in Hildesheim und dem
Berliner Kunstgewerbemuseum gemeinsam ausgestellt, begünstigt durch den
Umbau der beiden Stammhäuser. Von September 2010 bis September 2012
öffnet sich dem Besucher im Untergeschoss des Museums eine
mittelalterliche Schatzkammer mit herausragenden Werken der
Elfenbeinschnitzerei, Goldschmiedekunst und Buchmalerei. Gezeigt werden
- neben Zimelien der Handschriftenabteilung der Berliner
Staatsbibliothek - einzigartige Werke aus dem berühmten Welfenschatz,
dem Basler Münsterschatz sowie des Kirchenschatzes von St. Michael und
des Domschatzes in Hildesheim. Zu den Spitzenstücken aus Hildesheim
zählen die große goldene Madonna, das silberne Bernwardkreuz, zwei
Bernward-Leuchter oder das Kopfreliquiar des heiligen Oswald.
Der Hildesheimer Domschatz gehört - zusammen mit dem Dom und St.
Michael – zum UNESCO-Weltkulturerbe. Das zugehörige Bildarchiv des
Dom-Museums Hildesheim befindet sich seit 2010 als Dauerleihgabe im
Bildarchiv Foto Marburg und ist im Bildindex online zugänglich.
Ausstellung Schätze des Glaubens
Das Dom-Museum im Bildarchiv Foto
Marburg
|
London, Wellington Arch (Decimus Burton, 1883) mit
Quadriga (Adrian Jones, 1912), davor Ausschnitt eines
Artillerie-Denkmals. Foto: Foto Marburg, Aufnahme Reinhart Koselleck um
1980.
|
Nachlass Reinhart Kosellecks (1923-2006) zur Politischen
Ikonographie und Ikonologie
Seine Fotografien seien zwar qualitativ nicht die besten,
gelegentlich wohl aber die „originelleren“, schreibt Reinhart Koselleck
2002 im Zusammenhang einer Publikationsvorbereitung. An die 30.000
Bilder zur politischen Ikonographie und Ikonologie im Allgemeinen und
zum gewaltsamen Tod im Speziellen, darunter insbesondere Krieger- und
Reiterdenkmäler im In- und Ausland sowie Holocaust-Gedenkstätten, haben
ihren Platz in der Bildsammlung Kosellecks gefunden. Mitnichten handelt
es sich dabei aber um eine rein ikonographische Motivsammlung. Vielmehr
bezeugen vor allem Kosellecks eigenhändige Fotografien das kritische
Potential einer politischen Ikonologie. Politische Ikonologie ist dabei
wohl auch eine Sache des Standpunkts und der Perspektive: Das
ausgewählte Foto ist in London um 1980 entstanden. Es zeigt das
Wellington Tor mit Quadriga, perspektivisch gebrochen und dabei
gewissermaßen bildlich „auf den Boden der Tatsachen geholt“, an die
Seite eines “Unbekannten Soldaten“ (Vgl. auch Koselleck, Reinhart: „Der
Unbekannte Soldat als Nationalsymbol im Blick auf Reiterdenkmale“, in:
„Vorträge aus dem Warburg-Haus“, Bd. 7, 2003).
Im Frühjahr 2009 hat das Deutsche Dokumentationszentrum für
Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg den Bildnachlass des 2006
verstorbenen Historikers Reinhart Koselleck übernommen, der
schriftliche Nachlass ging an das Deutsche Literaturarchiv Marbach. In
Kooperation erschließen beide Institutionen die Bestände und machen sie
für die Forschung zugänglich. Vom 18. – 20. November 2010 wird nun
erstmals eine Tagung in Marburg zum Thema „Reinhart Koselleck -
Politische Ikonologie“ erste Forschungsergebnisse präsentieren und im
weiteren interdisziplinären Rahmen diskutieren.
Zur
Tagungs-Website
|
Stuttgart, Hauptbahnhof, südöstlicher Seitenflügel,
Paul Bonatz.& Friedrich Eugen Scholer, 1911-1928, Foto: Foto
Marburg, Rose Hajdu 2009, Neg. Nr. fmd445859
|
Stuttgarter Hauptbahnhof
Der Stuttgarter Hauptbahnhof wurde 1914-1928 nach den Entwürfen der
Architekten Paul Bonatz (1877–1956) und Friedrich Eugen Scholer
(1874–1949) erbaut. Das Bauwerk vereint traditionelle Elemente
repräsentativer Monumentalität mit progressiven Merkmalen, welche sich
im Kompositionsprinzip oder den mehrheitlich flachen Dächern zeigen.
Das monumentale Bauwerk gilt daher als Vertreter der sogenannten
„Anderen Moderne“ und spielt eine entscheidende Rolle in der
Architekturgeschichte des 20. Jahrhunderts.
Im Rahmen des umstrittenen Verkehrs- und Städtebauprojekts Stuttgart
21 wird der denkmalgeschützte Kopfbahnhof in den nächsten Jahren in
einen unterirdischen Durchgangsbahnhof umgewandelt. Mittlerweile hat -
trotz größter Widerstände -der hierfür nötige Abriss der Seitenflügel
begonnen.
Im Sommer 2009 hatte das Bildarchiv Foto Marburg eine Dokumentation
in Auftrag gegeben, um den ursprünglichen Zustand des bedrohten
Baudenkmals fotografisch festzuhalten. Dabei wurden sowohl
Außenfassaden samt wesentlicher Details als auch Ansichten diverser
Innenräume fotografiert.
zum Bestand
|
Günter Behnisch : München, Olympiastadion, Blick auf
die nordwestlichen Ränge von Süden (Aufnahme 1972) Foto: Foto Marburg,
Neg.Nr. B 16/5
|
Günter Behnisch
1922 bei Leipzig geboren, studierte der renommierte deutsche
Architekt Günter Behnisch in Stuttgart Architektur und gründete dort
1952 sein Architekturbüro. Verknüpft mit seinen vielen bautechnischen
Neuerungen waren für das Werk seine Vorstellungen eines Bauens „für den
Menschen“, die mit nicht hierarisch strukturierten, offenen und
transparenten Bauten das Bild der deutschen Nachkriegsarchitektur
prägten. Weltweite Bekanntheit erzielte er mit dem Olympiagelände in
München (1967-1972), dessen bestimmendes Merkmal die kühne, zusammen
mit Frei Otto entwickelte schwebende Zeltdachkonstruktion ist. Der
Plenarsaal des deutschen Bundestags in Bonn (1992-1993) liefert ein
weiteres prominentes Zeugnis für die schöpferische Qualität des
„Baumeisters der Demokratie“ Behnisch. Von 1967 bis 1987 wirkte er in
Darmstadt als Professor an der Technischen Universität. In Dresden
lehrte er bis 2000 an der von ihm 1996 mitbegründeten Sächsischen
Akademie der Künste. Am 12. Juli 2010 starb Günter Behnisch im Alter
von 88 Jahren.
Die vom Bildarchiv Foto Marburg 1972 angefertigte Fotoserie
dokumentiert die Münchner Olympia-Gebäude unmittelbar vor Abschluss der
Bauarbeiten.
zum Bestand
|
Hagen, Museum Folkwang, Ausstellungsraum, Gemälde
von Emil Nolde und Lasar Segall kombiniert mit Ahnenbildern aus
Neuguinea (Aufnahme um 1920). Foto: Foto Marburg, Neg.Nr. 625.684
|
Expressionismus und Exoten
Der Sammler und Kunstmäzen Karl Ernst Osthaus (1874-1921) hatte für
sein 1902 in Hagen gegründetes Museum Folkwang eine vorzügliche
Sammlung Klassischer Moderne und außereuropäischer Skulptur
zusammengetragen. Indem er in der Sammlungsinszenierung
außereuropäische Kunst mit Werken des Expressionismus konfrontierte,
wurden sonst nur im völkerkundlichen Kontext gezeigte Artefakte
erstmals in den Rang westlicher Hochkunst gehoben.
Seit 1921 befindet sich das Museum Folkwang in Essen. Die aktuelle
Ausstellung zur Wiedereröffnung zeigt die Sammlungsschätze in der von
Osthaus konzipierten Kombination von Avantgardekunst und Skulpturen des
Altertums, des Orients oder tribaler Gesellschaften Afrikas und
Asiens.
Die 1910 ebenfalls von Osthaus gegründete „Photographien- und
Diapositivzentrale“ beherbergte 20.000 Aufnahmen zur in Hagen
begründeten Sammlung sowie zu ausgewählten Kunstwerken vieler Länder
und Epochen. Zu den Schwerpunkten dieses didaktischen Teils gehörten
wiederum Werke des Expressionismus und Impressionismus, des
Kunstgewerbes, des Jugendstils sowie Zeugnisse außereuropäischer Kunst.
1933, vier Jahre bevor Kerne der Essener Sammlung von den
Nationalsozialisten konfisziert wurden, ging das bedeutende Fotoarchiv
in das Eigentum des Bildarchivs Foto Marburg über.
Das Osthaus-Archiv im Bildarchiv Foto Marburg
Ausstellung ‚Das
schönste Museum der Welt’
|
Stadtarchiv Köln, Best. 7010 (W) 312, fol. 10v:
Bildseite mit dem heiligen Pantaleon, Evangeliar aus St. Pantaleon, um
1140. Foto: Bildarchiv Foto Marburg / Michael Jeiter, um 1980 (Neg.-Nr.
fmc439791)
|
Kölner Stadtarchiv – erster Jahrestag des
Einsturzes
Das Historische Archiv der Stadt Köln, nördlich der Alpen das größte
kommunale Archiv, verfügte bis 2009 über 65.000 Urkunden, 26
Regalkilometer Akten, 104.000 Karten und Pläne, 50.000 Plakate, 818
Nachlässe und Sammlungen sowie über 1.000 mittelalterliche
Handschriften. Auf Grund von Unregelmäßigkeiten beim U-Bahn-Bau kam es
am 3. März 2009 zum Einsturz des Archivgebäudes. Der kulturelle Verlust
steht der Katastrophe von Weimar - im September 2004 brannte die
Anna-Amalia-Bibliothek aus - in nichts nach.
Mittlerweile sind 85 Prozent des Archivgutes geborgen, darunter der
größte Teil der mittelalterlichen Handschriften. Derzeit weist die
Bilanz 35 Prozent schwerste und 50 Prozent schwere bis mittlere Schäden
an den Objekten aus.
In Erinnerung an die Archiv-Katastrophe und im Rahmen des
bundesweiten Tages der Archive am 6./7. März werden im Berliner
Martin-Gropius-Bau rund 100 Leihgaben aus den Beständen des Kölner
Stadtarchivs gezeigt, darunter Albertus Magnus „Liber de animalibus“
(13. Jh.) und das abgebildete Evangeliar aus St. Pantaleon. Die
Ausstellung informiert zudem über das Ausmaß der Zerstörung und die
Restaurierungsarbeiten.
Auch wenn die Originale unersetzlich sind, kommt der
Bilddokumentation eine zentrale Bedeutung zu. Fast alle Archivalien der
Zeit vor 1815 sind auf über 6.000 Mikrofilmen mit rund zehn Millionen
Aufnahmen dokumentiert und im Zentralen Bergungsort der Bundesrepublik
Deutschland, einem ausgebauten Bergwerkstollen bei Freiburg i.Br.,
dauerhaft eingelagert. Spätere Bestände sind dagegen nur lückenhaft
verfilmt oder in geringer Anzahl digitalisiert.
Rund 2.750 Fotografien aus dem Rheinischen Bildarchiv Köln und dem
Bildarchiv Foto Marburg dokumentieren Sammlungsgut des Kölner
Stadtarchivs. Unser Bild zeigt eine Illumination aus einer prachtvollen
Handschrift des 12. Jahrhunderts in einer in Marburg aufbewahrten
hochauflösenden Farbaufnahme.
Ausstellungs-Hinweis:
Köln in Berlin. Nach dem Einsturz: Das Historische Archiv.
6. März bis 11. April 2010
Berlin, Martin-Gropius-Bau
http://www.berlinerfestspiele.de/de/aktuell/festivals/11_gropiusbau/mgb_start.php
|
Istanbul, Hagia Sophia (Baubeginn 532, Weihe 537)
von Südosten, Aufnahme von Richard Hamann-Mac Lean, 1955
|
Istanbul - Kulturhauptstadt Europas 2010
Das Votum der internationalen Jury der Europäischen Union für die
erste Stadt eines Nicht-Mitgliedstaates unterstreicht die Bedeutung der
Stadt am Bosporus als ein Zentrum sowohl der europäischen als auch der
orientalischen Kunst und Architektur.
Gegründet vor 2600 Jahren als griechisches Byzantion, stieg die
Stadt in spätrömischer Zeit zu einem wichtigen Handelszentrum mit reger
Bautätigkeit und schließlich als Konstantinopel zur Hauptstadt des
byzantinischen Reichs auf. Vom 10. bis 12. Jahrhundert erlebte die
damals einzige Weltstadt Europas neue Blütezeiten. Nach der osmanischen
Eroberung 1453 wurde Stambul (seit 1930 Istanbul) zum Schmelztiegel der
Kulturen zwischen Orient und Okzident mit reger, bis in die Moderne
andauernder Kunstentwicklung.
Das letzte große Bauwerk der Spätantike, die im 6. Jh. unter
Justinian I. als Kuppelbasilika errichtete Hagia Sophia, wurde seit 641
als Krönungskirche der byzantinischen Kaiser genutzt. Mit der Eroberung
1453 unter den Osmanen wurde die Kirche zur Hauptmoschee
umfunktioniert. Seit 1934 wird der Bau als Museum genutzt.
|
Karl Wilhelm Diefenbach und Hugo Höppner im Atelier,
Aufnahme von Carl Teufel, um 1889
|
Münchner Künstlerateliers
Eine einzigartige Sammlung von über 370 Fotografien zu Münchner
Künstlerateliers gehört seit 1935 zum Bestand des Bildarchivs Foto
Marburg. Die Aufnahmen des Fotografen Carl Teufel (1845-1912) aus den
Jahren 1889-1900 stellen einen wertvollen Querschnitt durch die
Münchner Atelierkultur des Historismus dar. Das hier vorgestellte,
ungewöhnlich inszenierte Beispiel zeigt den exzentrischen Maler,
Pazifisten und Lebensreformer Karl Wilhelm Diefenbach (1851-1913)
zusammen mit seinem Schüler Hugo Höppner (gen. Fidus) in seinem
Atelier.
In der Villa Stuck in München ist bis zum 17. Januar 2010 die
Ausstellung »Karl Wilhelm Diefenbach - Lieber sterben, als meine Ideale
verleugnen!« zu sehen, die das Werk des Künstlers erstmals umfassend
darstellt und die kulturrebellischen Vorstellungen des ‚Naturpropheten’
nachzeichnet.
|
Berliner Stadtschloss, Baubeginn 1443, endgültiges
Erscheinungsbild 1699-1706 durch Andreas Schlüter, zerstört 1950/1951,
Schrägluftbild, Aufnahme 1920/1940
|
Wiederaufbau des Berliner Schlosses
Zeitnah zur Bundestagswahl tritt der schon entschieden geglaubte
Konflikt um den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses in eine neue
Phase. Das Bundeskartellamt erklärte jüngst den Vertrag zwischen dem
Bund als Bauherrn und dem Wettbewerbssieger Franco Stella wegen
juristischer Mängel bei Wettbewerbsdurchführung und Auftragsvergabe für
ungültig. Der für 2010 geplante Baubeginn des „Humboldtforums“ liegt
damit erst einmal auf Eis. Seitens der Denkmalpflege wird nun verstärkt
die Integration der erhaltenen barocken Fundamente und Keller der
westlichen Flügel in den geplanten Neubau gefordert, die der Bauträger
bis dato mit finanzieller Begründung ablehnt. Neben den umfassenden
baugeschichtlichen Zeugnissen des Hohenzollernschlosses, die eine
aktuelle archäologische Untersuchung rund um den Eosanderhof seit mehr
als einem Jahr zutage fördert, werden im Untergrund dieses Hofbereichs
zusätzlich spätmittelalterliche Siedlungszeugnisse vermutet.
|
Balthasar Jenichen († vor 1621), Bildnis des humanistischen Gelehrten Philipp Melanchthon, 1577,
Radierung, 14 x 11.5 cm, Marburg, Universitätsmuseum |
Digitaler Porträtindex
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat soeben den
Projektantrag „Digitaler Porträtindex druckgraphischer Bildnisse der
Frühen Neuzeit“ bewilligt. Das Projekt ist am Bildarchiv Foto Marburg
und acht weiteren Partnerinstitutionen angesiedelt. Ziel des Vorhabens
ist die Digitalisierung und Erschließung von über 200.000 Porträts aus
sieben bedeutenden Sammlungen. Partner im Ausland ist die
Österreichische Nationalbibliothek. Sämtliche Daten und Bilder werden
im Internet über ein eigenes Portal frei zugänglich gemacht. Durch die
Verknüpfung mit der Personennamendatei (PND) der Deutschen
Nationalbibliothek wird der „Digitale Porträtindex“ an die
Informationsinfrastrukturen der Bibliotheken angebunden.
Beispielhaft für das frühneuzeitliche Porträt steht der hier
gezeigte Kupferstich, ein Bildnis des Humanisten Philipp Melanchthon
(1497-1560). Neben Martin Luther war Melanchthon als Theologe eine
treibende Kraft der kirchenpolitischen Reformation in Deutschland und
Europa.
Digitaler Porträtindex
|
Walter Gropius: Ehemaliges Staatliches Bauhaus
Dessau, Blick in das Treppenhaus im Werkstatttrakt, 1925-26, Aufnahme
fmc440924 von 1990. Fotograf: Gert von Bassewitz
|
Das Bauhaus wird 90
Lichtdurchflutet, materialgerecht und funktional bis ins Detail: Das
ist Bauhaus-Architektur, so wie sie hier im Treppenhaus des ehemaligen
Staatlichen Bauhauses Dessau zu sehen ist. Der Architekt Walter Gropius
schuf das Gebäude 1925/26 für seine Schule für Architektur, Design und
Kunst.
Neu an dem Gebäude waren die unterschiedlich gestalteten Baukörper,
in denen Bereiche wie Werkstatt oder Lehranstalt funktional getrennt
und zugleich in einem Baukomplex vereint wurden. Große Beachtung fand
zudem der hier von innen sichtbare Curtain Wall, die gänzlich gläserne
Fassade des Werkstatttraktes, die Transparenz und Leichtigkeit
vermittelt.
Die Bauhaus-Idee, Architektur und Handwerk wieder zusammenzuführen,
wurde jedoch 6 Jahre zuvor in Weimar entwickelt. Vor 90 Jahren gründete
Walter Gropius dort das Staatliche Bauhaus Weimar. Die Klassik Stiftung
Weimar zeigt zum Jubiläum eine umfassende Ausstellung.
www.das-bauhaus-kommt.de
|
Collage mit Fotos aus dem Bildarchiv Foto
Marburg
|
Teil eines Kanons?
Wer kennt sie nicht, Dürers ‚Adam und Eva’, die Villa Rotonda oder
den Bamberger Reiter? Gehören diese Beispiele zu einer Gruppe besonders
bekannter oder für die Kunstgeschichte bedeutender Kunstwerke? Mit
solchen Fragen der Ordnung oder Wertung von Kunst beschäftigt sich die
Kunstwissenschaft immer wieder. Nicht selten wird dabei von einem
kunsthistorischen Kanon gesprochen, der gleichwohl statuiert,
hinterfragt wie auch bestritten wird.
Auf dem XXX. Kunsthistorikertag in Marburg vom 25.-29. März 2009
wird erneut über Kanones der Kunstgeschichte diskutiert und reflektiert
werden.
Das Deutsche Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte - Bildarchiv
Foto Marburg präsentiert sich vor Ort nicht nur mit einem
Ausstellungsstand sondern nimmt in Sektionen und Foren aktiv am Diskurs
teil.
|
Elisabeth bekleidet die Nackten, Marburg,
Elisabethkirche, Elisabethfenster. Köln (?), um 1245/50, Aufnahme
fmc426930 von 1998.
|
Elisabeth bekleidet die Nackten
Das Glasfenster mit der Darstellung ‚Elisabeth bekleidet die
Nackten’ gehört zu dem um 1245/50 entstandenen Elisabethfenster im Chor
der Marburger Elisabethkirche. Die 12 Medaillons zeigen Szenen aus dem
Leben der Heiligen Elisabeth und ihr Wirken für Arme und Kranke,
dargestellt in den christlichen Werken der Barmherzigkeit.
In dieser leuchtend farbigen und lebendig gestalteten Szene streift
Elisabeth gerade einem spärlich bekleideten Mann einen Ärmelrock über,
während eine barfüßige Frau mit ihrem Sohn im Tragrock und ein Mann mit
verkrüppelten Beinen auf Handkrücken bittend die Hände zu der Heiligen
erheben.
Reich bebildert und auf neuestem Forschungsstand wird u.a. dieses
Fenster besprochen im 3. Band der Reihe Corpus Vitrearum Medii Aevi
Deutschland: Parello, Daniel: Die mittelalterlichen Glasmalereien in
Marburg und Nordhessen, Berlin 2008.
|
Andrea Palladio: Villa Pisani in Bagnolo di Lonigo
(Vicenza), Gartenfassade, erbaut ab 1542, Aufnahme: Gert von Bassewitz,
1990
|
Zum 500. Geburtstag Palladios
Die Villa Pisani bei Vicenza ist eine von zahlreichen Villen im
Veneto, die Andrea Palladio, einer der bedeutendsten Architekten der
Renaissance in Oberitalien, schuf. Am 8. November 2008 wird sein 500.
Geburtstag gefeiert.
Mit der 1542 begonnenen Villa errichtete Palladio erstmals einen
ländlichen Wohnsitz, der sowohl den landwirtschaftlichen Bedürfnissen
wie auch den gehobenen Wohnansprüchen seiner einflussreichen
Auftraggeber gerecht wurde. Dabei orientierte er sich, wie bei vielen
seiner Bauwerke, an antiken Vorbildern.
Das Foto zeigt die sehr schlicht gestaltete Rückansicht der Villa,
von der eine breite Treppe auf das weitläufige Landgut führt. Diese
‘stimmungsvolle’ Aufnahme stammt von dem Fotografen Gert von Bassewitz,
der 2007 dem Bildarchiv Foto Marburg rund 4500 Farbaufnahmen zur
Architektur in Europa überlassen hat.
|
Porträt von Reinhart Koselleck. Stadtarchiv
Bielefeld, Fotograf: Jobst Lohöfener
|
Nachlass des Historikers Reinhart Koselleck
Das Deutsche Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte - Bildarchiv
Foto Marburg hat zusammen mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach den
Nachlass des Bielefelder Historikers Reinhart Koselleck (1923-2006)
erhalten. Beide Häuser werden Nachlass und Sammlung erschließen, der
Forschung zugänglich machen und eigene Forschungen unternehmen. Die
umfangreiche Bild- und Materialsammlung zur politischen Ikonographie
Kosellecks, die jetzt das Bildarchiv Foto Marburg betreut, enthält
Bildmaterial etwa von Kriegerdenkmälern, Mahnmalen, Reiterstandbildern
und generell von Objekten zur Geschichte des gewaltsamen Todes sowie zu
den Themenkreisen Macht und Herrschaft.
|
Lübeck, Sankt Marien, Rathaus und bombenzerstörte
Altstadt. Fotograf unbekannt, Aufnahme nach dem 29.03.1942.
|
Luftbildarchiv deutscher Innenstädte
Die zunehmenden Luftangriffe der Alliierten im Zweiten Weltkrieg auf
deutsche Innenstädte bewogen 1942 den von Albert Speer geleiteten
"Arbeitsstab für Wiederaufbauplanung bombenzerstörter Städte", die
entstandenen Schäden zu dokumentieren. Aus dem Nachlass seines
damaligen Mitarbeiters, dem Städteplaner Hans Stephan (1902-1973),
besitzt das Bildarchiv Foto Marburg seit den 1980er Jahren eine
Sammlung von rund 3.200 Negativen dieser wichtigen Schrägluftaufnahmen.
Die beeindruckenden, zwischen 1942 und 1944 entstandenen Aufnahmen
zeigen bedeutende Innenstädte vor ihrer Vernichtung oder bereits mit
ersten größeren Zerstörungen der historischen Bausubstanz.
Das Foto zeigt die historische Altstadt von Lübeck nach dem
verheerenden Bombardement im März 1942. Große Teile der Wohnbebauung
vor Sankt Marien sind zerstört.
|
Frankfurt/M., Liebieghaus, Athena des Myron,
römische Wiederholung einer Bronzegruppe von um 450 v. Chr., Inv. Nr.
195, Marmor, 173,5 cm, Aufnahme: Foto Marburg, um 1937
|
Athena des Myron
Die steinerne „Frankfurter Athena“ ist Teil der am besten erhaltenen
römischen Wiederholung einer verlorenen Athena-Marsyas-Gruppe um 450 v.
Chr., die ursprünglich aus Bronze war und auf der Akropolis in Athen
stand. Der griechische Bildhauer Myron verband hier mehrere Elemente
des Marsyas-Mythos. Die besondere künstlerische Güte der Darstellung
liegt in der innovativ interpretierten Bewegung der Figuren im
Raum.
Das Liebieghaus hat zur Wiedereröffnung seiner neu inszenierten
Antikensammlung die legendäre myronische Gruppe zusammengeführt – die
Athena steht mit der ebenfalls römischen Skulptur des Marsyas zusammen,
die als Leihgabe aus den Vatikanischen Museen nach Frankfurt kam. Die
Sonderausstellung „Launen des Olymp. Der Mythos von Athena, Marsyas und
Apoll“ ist noch bis zum 21.09.2008 zu sehen.
|
Reims, Kathedrale, Chor von Osten, Aufnahme: Richard
Hamann-MacLean, 1960/1963
|
Zum 100. Geburtstag von Richard Hamann-MacLean
(1908-2000)
Am 19. April 2008 wäre Richard Hamann-MacLean 100 Jahre alt
geworden. Der Sohn Richard Hamanns, des Gründers von Foto Marburg, war
als Hochschullehrer für Kunstgeschichte zunächst in Marburg, ab 1967 in
Mainz tätig. Seit 1925 hat er für Foto Marburg fotografiert, oft
gemeinsam mit seinem Vater – so etwa in Frankreich im Auftrag des der
deutschen Militärverwaltung zugehörigen Kunstschutzes 1940/1944. Ein Kernbestand seines
15.000 Aufnahmen umfassenden Nachlasses im Bildarchiv Foto Marburg sind
die 750 Glasnegative, die der Kunsthistoriker und Fotograf für seine
mehrbändige Monographie „Die Kathedrale von Reims“ angefertigt hat. Zum
Jubiläumsjahr erscheint der aus dem Nachlass herausgegebene Textband
zur Skulptur der Kathedrale von Reims (Teil II, 4).
Die Anfang der 1960er Jahre erstellte Aufnahme der Kathedrale von Osten
zeigt die Marburger Dokumentarfotografie in einer Ästhetik, wie sie
Richard Hamann und sein Sohn über Jahrzehnte nicht nur in der Praxis
gepflegt, sondern auch in ihren Schriften eigens reflektiert haben.
|
Berlin, Am Zirkus 1, Großes Schauspielhaus
(zerstört), Lichtsäulen im Foyer, Aufnahme um 1920, Foto: Karl Ernst
Osthaus
|
Großes Schauspielhaus Berlin
Für den Theaterregisseur Max Reinhardt gestaltete Hans Poelzig
1918-1919 eine Markthalle zum „Theater der Fünftausend“ um. Die
magische Gestaltung des Innenraums mit indirekt beleuchteter
Stalaktitenkuppel und Elemente wie die palmenartigen Lichtsäulen des
Foyers machten das Schauspielhaus zum expressionistischen Meisterstück.
Schwere Fundamentschäden führten 1985 zum Abbruch des Gebäudes.
Mit der Ausstellung „Hans Poelzig (1869-1936): Architekt – Lehrer –
Künstler“ würdigt das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt/M. neben
dem architektonischen Werk vor allem Poelzigs malerisches Oeuvre und
seine Szenografien für Film und Kino. Zu sehen ist die Ausstellung noch
bis zum 18. Mai 2008.
|
Marburg, Universitätsmuseum für Bildende Kunst,
Spitzweg, Carl, „Der Briefbote im Rosenthal“, Inv.-Nr. 1170, um 1858,
Öl auf Leinwand, 73,5 × 46,5 cm, Neg.-Nr. C 222.553
|
Der Briefbote im Rosenthal
Carl Spitzweg, ein bedeutender Maler des deutschen Biedermeier,
wurde am 5.2.1808 in München geboren. Erst nach einer pharmazeutischen
Ausbildung begann er autodidaktisch seine künstlerische Entwicklung als
Maler und Zeichner.
Anlässlich seines 200. Geburtstags zeigen wir eines der bekanntesten
Werke Spitzwegs, das sich seit 1954 im Marburger Universitätsmuseum
befindet. Das um 1858 entstandene Gemälde stellt eine beschauliche
Kleinstadtszene dar. Die Ankunft des Briefboten in einer engen, nach
allen Seiten begrenzten Altstadtgasse weckt die Neugier und
sehnsüchtigen Hoffnungen der weiblichen Anwesenden. Spitzwegs Vorliebe
für schluchtartige, bühnenhaft aufgebaute Bildräume blieb bis in die
Spätphase seines Schaffens bestehen.
|
Hildesheim, Dom, Blick vom Chor mit Hezilo-Leuchter,
Aufnahme 2007
|
Hezilo-Leuchter in Hildesheim
Der 1276 zuerst urkundlich erwähnte Hezilo-Leuchter im Hildesheimer
Mariendom ist mit seinem Durchmesser von über 6 m der größte der vier
im deutschsprachigen Raum erhaltenen mittelalterlichen Radleuchter. Als
sein Stifter gilt Bischof Hezilo (1054–1079). Der zum Weltkulturerbe
gehörende vergoldete Leuchter symbolisiert die aus der Offenbarung des
Johannes entlehnte Vorstellung des himmlischen Jerusalems. Entsprechend
stellt sein Reifen eine Stadtmauer dar. An den Türmen, die ursprünglich
wohl Figuren enthielten, sind die Namen von Propheten und Tugenden
verzeichnet, an den Stadttoren die Namen der zwölf Apostel. Nach
umfangreichen Restaurierungsmaßnahmen wurde der Hezilo-Leuchter im
Oktober 2007 durch das Bildarchiv Foto Marburg fotografisch
dokumentiert.
|
Marburg, Elisabethkirche, Elisabethschrein,
1235-1250, Elisabethseite, Figur der Hl. Elisabeth
|
Schrein der Elisabeth von Thüringen
Im Jahr 2007 jährt sich der Geburtstag von Elisabeth von Thüringen
zum 800. Mal. In Vorbereitung dieses Jubiläums hat das Bildarchiv Foto
Marburg jüngst eine umfangreiche Fotodokumentation des Schreins in der
Elisabethkirche Marburg vorgenommen.
Der 1235-1250 geschaffene Reliquienschrein aus vergoldetem Kupferblech
über einem Eichenholzkern ist mit einer Vielzahl an Gemmen und
Edelsteinen geschmückt. Neben den Figuren der Elisabeth und Maria mit
dem Kind an den Schmalseiten, den zwölf Aposteln mit dem thronenden
Christus, zeigen acht Dachreliefs Szenen aus dem Leben der Heiligen. In
Zusammenarbeit mit dem Bildarchiv Foto Marburg ist eine Multimedia-CD-ROM zum Leben der Heiligen
entstanden.
|
Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, Konradin von
Schwaben und Friedrich von Österreich vernehmen beim Schachspiel ihr
Todesurteil, 1784, Öl auf Lw., Gotha, Stiftung Schloss Friedenstein
|
Das Ende der Stauferherrschaft in Italien 1268
1784 vollendete Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (1751-1829) in Rom
das großformatige Historienbild als Geschenk für den Herzog von Gotha.
Dargestellt sind Konradin von Schwaben und Friedrich von Österreich
nach verlorener Schlacht bei Tagliacozzo im Gefängnis von Neapel, als
sie ihr Todesurteil erhalten.
Das Leipziger Museum der Bildenden Künste zeigt in Zusammenarbeit mit
den Staatlichen Museen Kassel vom 18.3. bis 5.6.2006 die Ausstellung „3
x Tischbein und die europäische Malerei um 1800“. Im Kontext
bedeutender Zeitgenossen werden Werke der drei wichtigsten Maler der
Familie Tischbein präsentiert.
|
Berlin, Erbauung des Reichstagsgebäude von Wallot,
Steinmetzarbeit an einem Turmsäulenkapitell für einen der hinteren
Ecktürme, Aufnahme 1890
|
Reichstag in Berlin
Am 9.6.1884 erfolgte in Berlin die Grundsteinlegung für das
Reichstagsgebäude nach Plänen von Paul Walllot (1841-1912). Die
Ausführungsentwürfe der repräsentativen Vierflügelanlage wurden unter
dem Druck der Akademie des Bauwesens und Kaiser Wilhelms II. (seit
1888) mehrfach verändert, so dass der vollendete Bau 1894 wesentliche
Abweichungen vom ursprünglichen Projekt zeigte. Für das Deutsche Reich
bedeutete der Parlamentsneubau Wallots in Formen der internationalen
Neurenaissance den Beginn einer Entwicklung hin zu einer eigenständigen
nationalen Reichsarchitektur und zugleich die Überwindung des
preußischen Klassizismus.
|
Chartres, Kathedrale Notre-Dame-de-Chartres,
Hans-Adalbert von Stockhausen (links) und ein Mitarbeiter beim
Fotografieren des mittleren Portals der Nordvorhalle, Aufnahme
1940/41
|
„Kunstschutz“-Kampagne im Nationalsozialismus
Der jüngst dem Bildarchiv Foto Marburg übergebene Nachlass des
Marburger Kunsthistorikers Hans-Adalbert von Stockhausen (1909-1942)
enthält eine Anzahl qualitativ hervorragender Aufnahmen der Jahre
1940/41, die im Rahmen des „Kunstschutzes“ durchgeführte Fotokampagnen
im besetzten Frankreich dokumentieren.
Das Bildmaterial zeigt das von Stockhausen geleitete Fotografenteam bei
der Arbeit und vermittelt Eindrücke der mitunter improvisierten
technisch-organisatorischen Vorbereitungen, die beim Fotografieren
schwer zugänglicher oder unhandlicher Objekte nötig waren.
|
Regensburg, Altstadt mit Donau, Steinerner Brücke,
Brücktor und Dom
|
Welterbestadt Regensburg
Die in ihrer Bestandsdichte an urbaner romanischer und gotischer
Architektur für Deutschland einzigartige Altstadt Regensburgs wurde
2006 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Neben besonders bekannten
Baudenkmälern wie dem Alten Rathaus, der Steinernen Brücke oder dem Dom
St. Peter gehören zu den Sehenswürdigkeiten zahlreiche mittelalterliche
Patrizierburgen, repräsentative Bürgerhäuser mit Geschlechtertürmen und
mit dem um 1250 datierten Wohnhaus Johannes Keplers das älteste
komplett erhaltene deutsche Holzhaus.
Vom 14.-18. März 2007 findet in Regensburg der 29. Deutsche
Kunsthistorikertag statt. Das Bildarchiv Foto Marburg ist mit einem
Ausstellungsstand vertreten.
|
Stuttgart, Weißenhofsiedlung, Bruckmannweg 8,
Einfamilienhaus von Bruno Taut (zerstört), Aufnahme um 1930
|
Weißenhofsiedlung Stuttgart
Als ein Höhepunkt der Werkbund-Bewegung gilt die 1927 für die
Ausstellung "Die Wohnung" am Stuttgarter Killesberg errichtete
Weißenhofsiedlung. Unter der künstlerischen Leitung von Ludwig Mies van
der Rohe entwickelten 17 Architekten aus Deutschland, Holland,
Österreich und der Schweiz ein beispielhaftes Konzept urbaner
Wohnkultur im Sinne des "Neuen Bauens". Von den ursprünglich 21
Musterhäusern unterschiedlicher Größe (mit insgesamt 63 Wohnungen) sind
heute nur elf Gebäude erhalten.
Vom 19.04.-26.08.2007 zeigt das Architekturmuseum der TU München in der
Pinakothek der Moderne die Ausstellung
"100 Jahre Deutscher Werkbund".
|
Berlin, Museumsinsel, Bodemuseum, Abteilung
Mittelalterliche Kunst während des Aufbaus, Aufnahme um 1904
|
Bode-Museum in Berlin
Für das 1897-1904 von Ernst von Ihne auf der Museumsinsel erbaute
Kaiser-Friedrich-Museum (heute Bode-Museum) entwickelte der Direktor
Wilhelm von Bode (1845-1929) ein neues Ausstellungskonzept, das ähnlich
den großbürgerlichen Privatsammlungen im 19. Jahrhundert die Objekte
nicht nach Gattungen trennte, sondern Skulpturen und Gemälde einer
Epoche gemeinsam präsentierte. Nach 1945 empfand man dieses Prinzip der
„period rooms“ in der Bundesrepublik lange Zeit als antiquiert.
Mit der Wiedereröffnung des restaurierten Gebäudes am 18. Oktober 2006
kehrt nun die alte gattungsübergreifende Präsentation der Objekte, wenn
auch in kleinerem Maßstab, in das Bode-Museum zurück.
|
Lorsch, Benediktinerabtei, Tor- oder Königshalle,
Westseite vor Öffnung der Durchgangshalle, Aufnahme vor 1933/1934
|
Königshalle in Lorsch
Die wohl aus dem 9. Jahrhundert stammende Tor- oder Königshalle des
ehemaligen Benediktinerklosters Lorsch ist eines der bedeutendsten
Beispiele vorromanischer Baukunst in Deutschland. Während die offene
Erdgeschosshalle mit Bogenöffnungen zwischen Halbsäulen mit
Kompositkapitellen in der Art antiker Triumphtore gestaltet ist, gilt
die Fassade des Obergeschosses mit kanellierten Rechteckvorlagen unter
ionischen Kapitellen als karolingische Adaption antiker Vorbilder. Nach
Abschluss der vor mehr als 20 Jahren begonnenen Restaurierungsarbeiten
ist das seit 1991 in der Welterbeliste der UNESCO geführte Bauwerk nun
wieder für Besucher geöffnet.
|
Brüssel, Avenue de Tervuren, Palais Stoclet, erbaut
1906-1911, großes Speisezimmer, Aufnahme 1917
|
Palais Stoclet in Brüssel
Vor 100 Jahren wurde mit dem Bau des von Josef Hoffmann (1870-1956)
konzipierten Palais Stoclet begonnen. Das 1911 für den Bankier Adolphe
Stoclet fertigestellte Stadtpalais gilt als das Meisterwerk der Wiener
Werkstätte, deren künstlerisch-gesellschaftliches Ideal dort deutlichen
Ausdruck fand. Der große Speiseraum im Erdgeschoss enthält mit seinem
Mosaikfries von Gustav Klimt eine der bedeutendsten Leistungen der
Wanddekoration des Jugendstils.
Noch bis zum 28.5.2006 zeigt das Palais des Beaux-Arts in Brüssel in
Zusammenarbeit mit dem Museum für angewandte Kunst Wien die Ausstellung
„Le désir de la beauté“. Le Wiener Werkstätte et le Palais Stoclet.
|
Rom, Vatikanstadt, Fabbrica di San Pietro, Modell
eines Entwurfs von Antonio da Sangallo d. J., 1539-1546, Tannen,-
Linden,- Ulmen- und Pappelholz
|
Entwurf zum Neubau von St. Peter
Am 18. April 1506 wurde der Grundstein zum Neubau von St. Peter in
Rom gelegt. Einer der vielen beteiligten Architekten des erst nach mehr
als einem Jahrhundert vollendeten Monumentalbaus war Antonio da
Sangallo d. J. (1483-1546). Zwischen 1539-1546 entwickelte Sangallo aus
den Grundgedanken seines Vorgängers Donato Bramante die Idee eines
Zentralbaus mit Umgängen, den er als Holzmodell ausführen ließ. Mit
seiner Länge von 7,36 m und einer Kuppelhöhe von 4,68 m ist es das
größte bekannte Holzmodell der Renaissance. Auf den Bau selbst nahm
dieser Entwurf jedoch keinen Einfluß.
|
Frankfurt am Main, Zur Goldenen Waage, Aufnahme
1925/1939
|
Goldene Waage, Frankfurt am Main
Eines der prächtigsten Bürgerhäuser der Altstadt war bis zum Zweiten
Weltkrieg die 1618/19 für einen Wallonen errichtete „Goldene Waage“ mit
Erdgeschossarkaden, Treppenturm und Dachterrasse. Der reich verzierte
Fachwerkbau ist Sinnbild einer Zeit wirtschaftlichen Aufschwungs und
reger Bautätigkeit in Frankfurt, die entscheidend durch die
Masseneinwanderung protestantischer Niederländer beeinflusst war.
Das Institut für Stadtgeschichte in Frankfurt zeigt vom
21.02.-18.04.2006 im Karmeliterkloster die Ausstellung „Zwischen Dom
und Römerberg - Die Frankfurter Altstadt gestern, heute, morgen“.
|
Salzburg, Mozarts Geburtshaus, Aufnahme um 1920
|
Mozart-Geburtshaus
In diesem Haus in der Getreidegasse 9 in Salzburg wurde Wolfgang
Amadeus Mozart am 27.1.1756 geboren. Die Familie Mozart bewohnte in den
Jahren 1747 bis 1773 das dritte Obergeschoss des im Kernbau aus der
ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts stammenden, 1751 um ein Stockwerk
erhöhten Gebäudes. Die heutige Fassade stammt aus der Zeit um 1800.
Bereits am 15. Juni 1880 richtete die Internationale Mozartstiftung
hier ein Museum ein.
Der 250. Geburtstag des großen Komponisten wird im Jahr 2006 auf der
ganzen Welt gefeiert. Zentren der Festakte, Konzerte und Aufführungen
sind Wien und Salzburg.
|
Graffunder/Swora, Palast der Republik, Berlin,
Schlossplatz, 1974-76; Blick in den Großen Saal" (Manfred Prasser).
Aufnahme: Paul Haag/Foto Marburg, 1995.
|
Palast der Republik, Berlin, 1974-76
Der Palast der Republik wurde 1974-1976 von den Architekten Heinz
Graffunder und Karl Ernst Swora als "Volkshaus" auf dem Gelände des im
2. Weltkrieg teilzerstörten und 1950 gesprengten Berliner
Stadtschlosses erbaut. Er war zugleich Sitz der Volkskammer der DDR und
vielgenutztes Kulturhaus mit großzügigen Foyers, Sälen, Restaurants,
Cafés, Kegelbahnen sowie einem Theater. Der von Manfred Prasser
gestaltete "Große Saal" mit hexagonalem Grundriß war variabel nutzbar
und verfügte u.a. über Hubtürme, Schwenkparketts, Roll- und Senkwände
sowie Beleuchtungsbrücken.
Der Deutsche Bundestag besiegelte am 19. Januar 2006 den Abriss des
Palastes der Republik am Berliner Schlossplatz.
|
Paul Cézanne 1906 in Aix-en-Provence
|
Gertrud Osthaus, Paul Cézanne in Aix-en-Provence,
1906
21. Juli 2005 - Rainer Stamm, Direktor der Kunstsammlungen
Böttcherstraße in Bremen, fand am Bildarchiv Foto Marburg ein bisher
unbekanntes Foto Paul Cézannes. Die Sammlerin Gertrud Osthaus schoss
das Foto am 13. April 1906 in Aix-en-Provence. Es ist wahrscheinlich
das letzte Foto des Malers.
Das deutsche Sammlerehepaar Gertrud und Karl Ernst Osthaus besuchte den
damals schon berühmten Maler in der Hoffnung, ein Bild für sein Museum
erwerben zu können. Karl Ernst Osthaus (1874-1921) war Kunsthistoriker,
Sammler und Direktor des Folkwang-Museums in Hagen (heute
Karl-Ernst-Osthaus-Museum).
|
Die Grundsteinlegung durch Kaiser Wilhelm II.
|
Limes, Kastell Saalburg, Feier zur Grundsteinlegung, 11.
Oktober 1900
Die am Bildarchiv Foto Marburg erhaltene Aufnahme zeigt die Feier
zur Grundsteinlegung des Limeskastells Saalburg bei Bad Homburg durch
Kaiser Wilhelm II. am 11. Oktober 1900 – eine aufwendig
historisierende, politische Inszenierung. Bereits 1897 hatte der Kaiser
beschlossen, das Kastell Saalburg wiederaufbauen zu lassen und ein
"Reichs-Limes-Museum" einzurichten. Die Saalburg ist nun europaweit das
einzige in wesentlichen Teilen rekonstruierte Limeskastell und zudem
eines der ältesten archäologischen Freilichtmuseen.
|
Dresden, Zwinger, Mathematisch-Physikalischer Salon,
Louis Silvestre: Deckenbild Psyche und Amor, Detail 1717-1723,
Zerstörung 1945
|
Farbdokumentation gefährdeter Kunstschätze
1943-1945
Zwischen 1943 und 1945 wurden im Auftrag des nationalsozialistischen
Regimes angesichts der Kriegsgefährdung hochrangige Bauwerke im
Deutschen Reich und den besetzten Gebieten mit großem Aufwand
fotografiert. Das Bildarchiv Foto Marburg beherbergt mehr als 18.000
dieser frühen Agfa-Color-Kleinbilddias.
Insgesamt 40.000 Aufnahmen der Kampagne befinden sich im Zentralinstitut
für Kunstgeschichte (ZI). Rund 650 Aufnahmen liegen am Marburger Herder-Institut.
Alle diese Aufnahmen dokumentieren wandfeste Ausstattungen von zusammen
rund 480 Bauten, oft kurz vor ihrer Zerstörung.
|
Zuletzt aktualisiert:
13.03.2012
·
Heekyung Reimann
|
|
|